die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Gr. Gastrose. (Geschenk für die Schule.) Fabrikbesitzer E. Lehmann hierselbst schenkte der hiesigen Schule einen Lichtbilderapparat (Skoptikon). Es sollen an Winterabenden auch öffentliche Vorträge, durch Lichtbilder veranschaulicht, gehalten werden. An den Vortragsabenden wird ein geringer Beitrag erhoben werden, der nach Abzug der Unkosten zum Besten der Pestalozzi-Stiftung verwendet werden wird.
Die Lubst, welche bereits am Mittwoch ufervoll war, ist im Laufe des Donnerstags noch erheblich gestiegen und hat die in ihren beiden Ufern belegenen Wiesen und Äcker weithin überschwemmt, so daß sie z. B. vom Lubstplatze aus nach Schöneich zu wie ein einziger großer See aussieht. Auch die Neiße hat Hochwasser. Das bisherige Regenwetter dürfte übrigens noch ein weiteres Steigen veranlassen.
Zum Verkauf des Rittergutes Schenkendöbern erhalten wir eine Richtigstellung unserer gestrigen Notiz dahin, daß das Gut nicht zur Parzellierung verkauft ist. Erwerber des Gutes ist der Kaufmann Vorsteher in Hannover, der es ungeteilt weiter zu bewirtschaften beabsichtigt.


Absatz von Sauerkraut. Die Kriegsgesellschaft für Sauerkraut hat mit Genehmigung des Bevollmächtigten des Reichskanzlers im „Reichsanzeiger“ Nr.12 vom 15.Januar 1918 die höchstzulässigen Absatzpreise für Sauerkaut der Ernte 1917 bekanntgegeben. Die Preise betragen für den Absatz durch den Hersteller 16 M für den Absatz durch die behördlichen Verteilungsstellen an den Kleinhandel 19,50 M je Zentner und für den Absatz durch den Kleinhandel an die Verbraucher 0,25 M je Pfund. Die behördlichen Verteilungen von Sauerkraut werden demnächst beginnen. – Hoffentlich bekommt dann auch die Stadt Guben ihren Teil ab!
Stadttheater. Das in Aussicht genommene Gastspiel des Burgschauspielers Hans Marr kann erst im Februar stattfinden, da der Herr am 23. Januar in Wien spielen muß. An diesem Tage wird Frau Direktor Immisch , die seinerzeit in dem Lustspiel „Das Glas Wasser“ ausgezeichnet gefallen hat, in dem Sudermann`schen Werk „Glück im Winkel“ gastieren. – Zur Erstaufführung der Operette „Die Bajadere“ sind von hiesigen Firmen zur Bühnenausstattung kostbare Gegenstände zur Verfügung gestellt worden.
Protest gegen die Auflösung der Stadtschule. Der Elternbeirat der Stadtschule hat einen Protest an den Magistrat gesandt, in dem es u. a. heißt: Der Plan einer Auflösung der Stadtschule zu Gunsten der Berufsschule hat bei der Elternschaft große Erregung hervorgerufen. Der Elternbeirat erlaubt sich daher, nach Rücksprache mit dem Lehrerkollegium der Stadtschule, dem Magistrat folgendes zu unterbreiten: 1. Die Auflösung der Stadtschule würde für die Grund- und Volksschulen der Stadt eine große Schädigung bedeuten, a) weil viele arme, schwache Kinder aus dem inneren Stadtbezirk, mit der zweitstärksten Aufnahme an Neulingen, im Alter von 6-10 Jahren, einen wesentlich weiteren Weg, dazu meist über die Neißebrücke, bekommen würden, b) weil sich die Umschulungen noch wesentlich schwieriger als bisher gestalten würden, c) weil in den übrigen Schulen noch fliegende Klassen sind ohne Heim für die kleinen Schüler, was seit Jahren bekämpft wird, d) weil in der Grundschule noch immer die Aula als Klassenraum benutzt werden muß, die doch für Chorgesang, Zeichnen, ärztliche Untersuchung und Kombinationen nötig ist. Für die Lehrer ist es eine Last, dauernd in einer Aula zu unterrichten, e) weil in den Volksschulen noch Räume fehlen für Lehrmittel, für parallel liegende Handarbeitsklassen, für den Schularzt und für die Kinder, die sich vor später beginnendem Unterricht versammeln.