die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Das Corona-Schröter-Denkmal dürfte noch in diesem Jahre enthüllt werden. Professor Carl Donndorf, dem bekanntlich das hiesige Komitee die Ausführung übertragen hat, hat das Werk jetzt vollendet. Die Büste, die in doppelter Lebensgröße ausgeführt wurde, ruht auf einem Sockel aus Granit. Der Künstler hat, wie dem schwäbischen Merkur geschrieben wird, ein Werk voll atmender Lebendigkeit geschaffen. Den Kopf mit dem edlen Profil und der welli-gen reichen Haarfülle leicht zur Seite gewendet, geben die weichen Formen und schönen Ge-sichtszüge ein Bild von überraschender Anmut.
Reischels Riesenarena: Auf dem Lubstplatze gibt seit gestern M. Reischels elegant und komfortabel eingerichtete Riesen-Welt-Arena Vorstellungen. Man hat es hier, wie wir uns selbst überzeugten, nicht mit einem der vielen minderwertigen Unternehmen zu tun, sondern es ist ein erstklassiges Institut, das sich wirklich sehen lassen kann. Erstklassig durch seine prächtige Innen-Ausstattung, erstklassig durch sein Künstlerpersonal. Ohne auf eine nähere Spezialisierung des reichhaltigen Programms einzugehen, wollen wir nur hervorheben, daß auf den Gebieten der Akrobatik, der Equilibristik und der Jongleurkunst Hervorragendes geboten wird. Besonders für Freunde der edlen Turnkunst empfiehlt sich der Besuch der Vorstellungen, denn selten sieht man so exakt ausgeführte Übungen der Gipfelturnerei. Drahtseilkünstler bieten glänzende Leistungen und die Zwischenpausen werden durch ulkige Intermezzos der Clowns ausgefüllt. Näheres ist aus dem Inseratenteil ersichtlich.
3. September 1907

Die Pilzvergiftungen und ihre bösen Folgen sind leider nur zu geeignet, einem unserer besten und billigsten Volksnahrungsmittel den Weg in weitere Kreise zu verschließen. Dabei haben wir weit weniger Giftpilze im Land, als allgemein angenommen wird. Die meisten Pilzvergiftungen rühren, wie dem „Berl. Lok.-Anz.“ geschrieben wird, auch gar nicht von ihnen, sondern von der falschen Behandlung der gesammelten Pilze und von angefaulten und schlechten Exemplaren her. Wer Pilze sammeln und verwenden will, merke sich folgende Regeln, sie sind der beste Schutz gegen jede Pilzvergiftung: 1. Nimm keinen Pilz, den du nicht genau kennst oder der dir nicht von durchaus zuverlässiger Seite als einwandfrei empfohlen wird. 2. Lasse die gesammelten oder gekauften Pilze nicht stundenlang zusammengeballt in Korb oder Tasche, sondern breite sie so, daß jedes Exemplar einzeln liegt, auf einem Brett oder Papier aus, tunlichst am offenen Fenster, wo Luft darüber hinstreichen kann. 3. Putze die Pilze noch am Tage des Sammelns und sortiere alle alten, allzu schwammigen und feuchten oder madigen Exemplare aus. Wenn es geht, koche die Pilze noch am selben Tage an, dann halten sie sich besser. Wer sich danach richtet, wird über Pilzvergiftungen nicht zu klagen haben. Alle anderen Schutzmittel, Mitkochen eines Silberlöffels, einer Zwiebel usw. nutzen wenig.
Fütterung unserer Zucht- und Nutztiere. Selbst in der Kriegszeit trifft man hin und wieder noch Tierhalter, die ihre Körner ungeschroten an die Haustiere verfüttern. Ist dies schon im Frieden eine nutzlose Verschwendung, so ist es im Kriege ganz unverantwortlich, daß die für die Tierhaltung so notwendigen Futterstoffe unverdaut und ungenutzt verloren gehen. Die Verschwendung ist eine offensichtliche, da jedes nicht zerstörte Korn vollkommen ungenutzt den Darm verläßt. Das mindeste, was zu fordern ist, ist eine kräftige Quetschung dergestalt, daß die Mehlteile aus der Schale hervorquellen. Bei magenschwachen und stark angestrengten Tieren ist jedoch eine völlige Zerreibung (Schrotung des Kornes) notwendig. Für die Verarbeitung werden Schrotkarten im Rahmen der zur Verfütterung zugelassenen Mengen Mittwochs und Sonnabends im Statischen Amt ausgestellt.
Hoteldiebe treiben in letzter Zeit hier ihr Unwesen. Die Inhaber von Gasthöfen haben wiederholt die Erfahrung machen müssen, daß sich Gäste heimlich unter Mitnahme von Einrichtungsgegenständen entfernten. Am Samstag ist ein Gastwirt wieder von zwei jungen Leuten geschädigt worden, indem sie Bettwäsche und Handtücher mitnahmen und obendrein die Zeche nicht bezahlten. Sie riegelten von innen zu und kletterten aus dem ersten Stock im Hofe an der Rinne entlang herab. Es empfiehlt sich, bei verdächtigen Leuten größte Aufmerksamkeit zu üben.