die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Hitzeferien: Der Eintritt der heißen Witterung hat dem Prov.-Schulkollegium in Berlin Veran-lassung gegeben, aufs neue die Bestimmungen über den Ausfall des Unterrichts bei zu großer Hitze in Erinnerung zu bringen und sie noch schärfer zu fassen. Es heißt jetzt. " Wenn das hundertteilige Thermometer um 10 Uhr vorm. im Schatten 25 Grad zeigt, darf der Unterricht in keinem Falle über vier aufeinanderfolgende Stunden ausgedehnt und ebensowenig darf den Schülern an solchen Tagen ein zweimaliger Gang zur Schule zugemutet werden. Daneben liegt den Anstaltsleitern ob, zu prüfen und zu entscheiden, ob hierüber hinaus oder auch schon bei geringerer Temperatur mit Rücksicht auf die abspannende Hitze der vorangegangenen Tage, auf fortbestehende Schwüle in den Klassen usw. der Ausfall eines Teiles des Unterrich-tes rätlich ist." (So dankenswert diese Rücksichtnahme auf die Gesundheit der in den höheren Knabenschulen unterrichteten Schüler auch ist, so wäre es doch wohl wünschenswert, wenn auch die Mädchenschulen, die nicht dem Schulkollegium unterstellt sind, in diesen Erlaß mit hineinbezogen würden. Noch mehr aber scheinen solche Maßregeln für die Volksschulen mit ihren mehr als überfüllten Klassen geboten. Leider kommen bei dem langen Wege von einer Behörde zur anderen solche wohlgemeinten Verfügungen oft zu spät an, wenn die Hitze nachgelassen hat oder die Ferien eingetreten sind.)
Hilfsschulen? In einem auswärtigen Blatte lesen wir: Wie hier in Lehrerkreisen verlautet, sollen im nächsten Jahre in Guben, vielleicht schon zum 1. April, Hilfsschulen eingerichtet werden. Ihr Zweck ist, geistesschwachen und minderbegabten Kindern das jetzt zu verarbeitende Pensum in einem langsameren Tempo zu dozieren, also vielleicht: anstatt wie gegenwärtig in acht, in vier Klassen zu verarbeiten und dabei auf die Hauptfächer größeren Wert zu legen. Bei der jetzt häufigen Überfüllung der Klassen ist es dem Lehrer naturgemäß unmöglich, die individuelle Veranlagung der Kinder gebührend zu berücksichtigen. Soweit es irgend möglich, ist es bisher ja trotzdem geschehen und geschieht noch, allerdings werden daDurch die schneller erfassenden Schüler und Schülerinnen nicht unbedeutend benachteiligt. Die beabsichtigte Einrichtung entspricht also zweifellos einem von Lehrern und Einwohnern längst empfundenen Bedürfnis und dürfte allseitig freudige Ausnahme finden. – Pläne solcher Art haben hier allerdings früher bestanden, stießen aber auf starken Widerspruch und konnten nicht realisiert werden. Ob sie jetzt wieder aufgenommen werden sollen und ob die entgegenstehenden Hindernisse beseitigt sind, entzieht sich unserer Kenntnis.
Zu lebhaften Klagen gibt das Verhalten der Kinder in den Parkanlagen des Schützenhauses Anlaß. Sie beschränken sich nicht auf den ihnen zur Verfügung stehenden Spielplatz, sondern klettern auch über die Gitter, die die Rasenflächen abschließen, treten Gras und Blumen nieder und reißen ganze Zweige ab. An alle Eltern wird daher die dringende Bitte gerichtet, den Kindern strenge Anweisung zu geben, daß sie sich in den Parkanlagen nur auf dem Spielplatz aufhalten, andererseits die vorhandenen Spazierwege nicht verlassen sollen. Ebenso mache man auch die Kinderwärterinnen aufmerksam, daß sie strengere Obacht geben. Es macht tatsächlich einen häßlichen Eindruck auf den Spaziergänger, wenn er die Verunstaltungen der Anlagen mit ansehen muß.
Die Seydelschen Mühlen haben mit dem heutigen Tage ihren Betrieb eingestellt. Das Grundstück nebst Mühleninventar geht bekanntlich in das Eigentum der Stadt Guben über.
(Zuckerverschiebung)
Dem Polizeiwachtmeister Lamprecht ist es gelungen, zwei Schiffer aus der Umgegend, die etwa 120 Zentner Zucker nach Guben verschieben wollten, festzustellen.
(Erstochen)
wurde der 17,5 Jahre alte Elektrotechnikerlehrling Georg Pohle von dem im 16. Lebensjahre stehenden Schlosserlehrling Max Drogazewski. Der Täter wurde bald darauf in der Wohnung seiner Eltern festgenommen und vorläufig im Polizeigewahrsam untergebracht. Bei seiner polizeilichen Vernehmung gab er an, daß er von D. seinem Lehrkollegen, schon öfter mißhandelt und nunmehr auf dem Nachhausewege aufgelauert worden sei. Hierbei wäre er wieder angegriffen worden; er zog ein Messer, das beim Fallen des P. diesen traf und ihn tödlich verletzte.
Der Jugendklub unternimmt am Sonnabend, dem 10. Juli, abends, mit dem letzten Zuge einen Ausflug nach Forst und kehrt Sonntagabend mit dem letzten Zuge wieder zurück. Der Zweck des Ausfluges ist der Besuch des dortigen Jugendheims, wo selbst auch übernachtet wird, ferner soll die Rosenausstellung und die Umgebung von Forst besichtigt werden. Da den Mitgliedern unter zwanzig Jahren Fahrpreisermäßigung zusteht, ist Anmeldung für die Beteiligung die spätestens Dienstag, dem 6.Juli, bei Jugendpfleger Hardt notwendig. Ausführliche Besprechung bezüglich Abkochens usw. nächsten Dienstag, abends 8 Uhr, im Jugendheim.