die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Die Einwohnerzahl der Stadt Guben: Im Jahre 1902 sind 4.719 Personen zugezogen, fortgezogen 4.848; geboren wurden 991, gestorben sind 664. Die Einwohnerzahl hat danach im verflossenen Jahre um 198 zugenommen und betrug am 31. Dezember 1902: 33.836.
Die Trinkerheilstätte in Drenzig, die von dem Brandenburgischen Provinzialverein gegen den
Mißbrauch geistiger Getränke unterhalten wird, berichtet jetzt über das 21. Jahr ihres
Bestehens. Die Zahl der aufzunehmenden Patienten ist äußerst beschränkt. Es sind im
Durchschnitt nur 20 Kranke untergebracht, sodaß es dem Anstaltsleiter sowohl als dem
leitenden Arzt möglich ist, sich mit jedem Patienten eingehend zu beschäftigen. Der
Anstaltsaufenthalt der Patienten beträgt im Durchschnitt 6 Monate. Die Verpflegungskosten
betragen 90 – 120 Mark den Monat. Von den im Jahre 1910 entlassenen 30 Patienten sind
24 als geheilt anzusehen, während 2 als gebessert und 4 als rückfällig entlassen wurden.
Dem Berufe nach waren von den 40 Patienten der Anstalt 11 Kaufleute, 8 Postbeamte,
Landwirte, 3 Eisenbahnbeamte, 2 Gastwirte, 2 Bauarbeiter und je ein Schlosser, Polizeibeamter, Gerichtsvollzieher, Rechtsanwalt, Gerichtssekretär, Professor Dr.
Phil., Berginspektor und Rentier.
Die Jagd im März Nach der Jagdordnung dürfen im März geschossen werden: Dachse, Auerhähne, Birk-, Fasanen- und Haselhähne, Schnepfen, Trappen, wilde Schwäne, Kraniche, Brachvögel, Wachtelkönige und alle anderen jagdbaren Sumpf- und Wasservögel.
Obstbaumzählung an den Chausseen des Landkreises Guben. Am 1. Dezember 1913 wurden gezählt: 4807 Apfelbäume, 3157 Birnbäume, 2523 Süßkirschen, 835 Pflaumen, zusammen 11322 Bäume.
Fundgegenstände. Im polizeilichen Fundbüro sind abgeliefert: 1 Pferdeschwanzriemen, 1 Frauenkleiderschleife, mehrere Wäschestücke, 1 Wagenbuchse, 1 Geldbetrag, 1 Vorstecknadel, 1 Trauring, 1 kleine Scheere.
Eine Weltreise in der Mark ist durchaus keine Unmöglichkeit. Die Lausitzer Blätter stellen hierfür folgenden hübschen Reiseplan auf: Man reise zunächst nach Celle, von da nach Altona, dann über Quebec, Maryland, Hamshire nach New-York und von hier nach Pennsylvanien und Philadelphia. Über Charlstown, Yorkstown, Saratoga, Savanna und Florida kommt man nach Havanna und Jamaica, von dort nach Sumatra und Ceylon von dort über Anapolis und Malta nach Corsica. Das Festland betritt man in Frankreich und gelangt über Beaulieu und Breisach nach Stuttgart. Von dort reist man über Mannheim, Freiberg und Neu-Dresden nach Hause. Nebenbei lernt man noch Friedrich den Großen und Gurko kennen. Um diese „Weltreise“ zu machen, braucht man sich nur auf die Eisenbahn zu setzen und nach Reppen zu fahren. Dort steigt man um und fährt nach dem Städtchen Sternberg im Kreise Oststernberg. Alle obengenannten Namen sind Dorfnamen dieses Kreises. Manche, wie Corsica und Sumatra sind sogar Gemeinde- und Gutsbezirke.
Es wurde bekannt gegeben, daß an jedem Dienstagabend 8:00 Uhr in den oberen Räumen des Heims Alte Post Straße 41a das Anfertigen von Kochkisten und Beutel unter Anleitung stattfinden und jedermann willkommen geheißen wird, denn es heißt jetzt sparsam zu sein in allen Dingen, auch in Feuerung und Gasverbrauch. Weiter wurde auf die in nächster Woche beginnenden Kriegskochkurse aufmerksam gemacht, die, sofern nur Kostproben für die Teilnehmerinnen gekocht werden, unentgeltlich stattfinden. Die Zentrale des Roten Kreuzes stellt zu diesem Zwecke die Kochlehrerin, der Vaterländische Frauenverein die gesamte Kücheneinrichtung seiner Wanderkochkurse unentgeltlich zur Verfügung.



Für den Ankauf von Wäsche und Bekleidungsstücken für das Krankenhaus bittet der Magistrat um Nachbewilligung von 35.000 M. Zur Ergänzung der Bestände an Wäsche und Bekleidung im städtischen Krankenhause ist ein größerer Ankauf erforderlich. Da im freien Handel nur wenig und zu unerschwinglichen Preisen zu haben ist, hat sich die Krankenhausverwaltung an die Textil-Notstandsversorgung in Berlin gewandt mit dem Erfolge, daß dem Krankenhause ein Posten Wäsche und Kleidungsstücke überwiesen werden soll. Darüber, mit welchen Mengen das Krankenhaus beliefert werden kann, muß noch der Bescheid der Textil-Notstandsversorgung abgewartet werden. Die angegebenen Preise sind nach Gutachten Sachverständiger als äußerst niedrig zu bezeichnen.- Der Ankauf der Sachen wurde ohne weitere Erörterung beschlossen und die geforderte Summe bewilligt.
Beschaffung von Vermessungsgerät. Die Vermessungsabteilung des Stadtbauamts ist mit Hilfsmitteln für die Zeichen- sowie für die Feldarbeiten sehr knapp ausgestattet, da bis vor kurzem nur ein einziger Beamter in dieser Abteilung tätig gewesen ist, während jetzt 1 Landmesser, 1 Feldmesser und 1 Zeichner hier beschäftigt sind und überdies mit einer weiteren Verstärkung dieser Abteilung in absehbarer Zeit gerechnet werden muß. Die im Bauamt vorhandenen Planunterlagen sind so wenig ausreichend, daß ihre schleunige Ergänzung in ganz bedeutendem Umfange dringend erforderlich ist. Um die rasche Anfertigung genauer sauberer Zeichnungen zu erleichtern, ist die Beschaffung einer größeren Anzahl von mechanischen Hilfsmitteln nicht zu umgehen. Auf Antrag des Magistrats wurden daher 1000 M zur Beschaffung von Vermessungsgerät, vorwiegend für die Zeichenarbeiten, zum geringeren Teil auch für die Feldarbeiten bewilligt.

Vetschau 3. März.(Tödlich verunglückt.) Der Arbeiter Paule aus dem Vorort Schönebegl.,der in einem Kohlewerk bei Senftenberg beschäftigt war, ist dort in der Vorigen Nacht kurz vor Schichtwechsel vom jähen Tode ereilt worden. Er wurde unter einer umstürzenden Lore begraben und blieb auf der Stelle tot. Er hinterlässt hier eine Familie.