die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Die ersten Schwalben sind gestern hier gesehen worden.
Die Gefahren des Alkohols: Aus Paris wird berichtet: Einen originellen Ausgang hatte ein Experiment, das am Sonntag in einer Versammlung des den Alkoholismus bekämpfenden Vereins "La pospérité" zum Beweis für die furchtbare Schädlichkeit des Genusses geistiger Getränke angestellt wurde. Man hatte zu Anfang der Sitzung mehreren Meerschweinchen je zwei Kubikcentimeter Malaga, reinen Sprit, Absinth u.s.w. und einem anderen Meerschweinchen dieselbe Quantität reinen Wassers aus einem dem Versammlungslokale gegenüberliegenden Springbrunnen eingespritzt.
Wie der Vorsitzende nun zum Schluß der Versammlung triumphierend die Verheerungen des Alkohols in dem Organismus der unter Käseglocken gestellten Thierchen und die Unschädlichkeit des Wassergenusses nachweisen wollte, glaubte er seinen Augen nicht trauen zu sollen.
Die mit geistigen Getränken versehenen Meerschweinchen befanden sich nämlich im muntersten und frischesten Zustande, während das mit Wasser behandelte regungslos am Boden lag und kaum noch Lebenszeichen von sich gab.
Mann mußte ihm - oh Ironie des Schicksals! - ein Gläschen Cognac gewaltsam einzwingen, um ihm seine Lebenskraft wiederzugeben. Mann kann sich vorstellen, mit welch` schadenfrohem Gelächter die recht zahlreich erschienenen Widersacher der Wasserpropagandisten diese "Beweisführung" entgegennahmen.

Reichenbach. (Münzenfund.) Der Bauer Gebke hierselbst entdeckte gestern in seinem Garten vergraben einen Topf mit 443 Münzen, meist österreichischen und sächsischen Gepräges, aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts.
Jugendliche Personen bei öffentlichen Tanzlustbarkeiten
Während der Osterfeiertage ist die Beobachtung gemacht worden, daß sich, trotz Verbots, jugendliche Personen in Räumen aufgehalten haben, in denen öffentliche Tanzlustbarkeiten abgehalten werden. Es sind mehrere polizeiliche Feststellungen dieser Art gemacht worden, sodaß die Betroffenen wegen Uebertretung der Polizeiverordnung in Strafe genommen werden. Damit sich alle Personen künftig vor einer Bestrafung schützen können, seien hiermit die betreffenden Paragraphen der Polizeiverordnung vom 5. Febr. 1912 in Erinnerung gebracht; sie lauten: Während der Dauer der öffentlichen Tanzlustbarkeiten dürfen sich jugendliche Personen unter 16 Jahren in den dazu benutzten Räumen nicht aufhalten, von welchen aus ein Zuschauen zu der Tanzlustbarkeit möglich ist. – Für die Befolgung dieser Vorschrift sind nicht nur die Jugendlichen selbst, sondern auch ihre Eltern , sofern sie anwesend sind, und diejenigen Personen verantwortlich, welche die Tanzlustbarkeit veranstalten oder leiten, und in deren Räumen dieselbe stattfindet. – Uebertretungen dieser Polizeiverordnung werden mit Geldstrafe bis zu 30 M. oder mit entsprechender Haft bestraft.
Die Leipziger Sänger haben bei ihrem gestrigen Gastspiel im Schützenhause zwar keinen starken Besuch zu verzeichnen gehabt, umso stärker war aber der Erfolg ihrer Darbietungen. Wie viele Unternehmungen, hat sich auch diese lustige Gesellschaft unter dem Einfluß des Krieges umgruppieren müssen. Man sieht nicht mehr die alten Gesichter, nur die Firma ist noch verblieben. Die Kräfte, die sich aber erneut zusammengefunden haben, sind vorbehaltlos als vorzüglich zu bezeichnen. Ein erfolgreicher Salonhumorist ist Herr Krütze als Baßsänger; mit gut durchgebildeter Stimme bewährte sich Herr Becker und als Künstler des Pistonininstruments zeigte sich Herr Schmidt. Einen unwiderstehlichen Anreiz auf die Lachmuskeln bilden die Herrn Freyer und Clön, ersterer mit urkomischem sächsischem Humor, letzterer mit seinen drastisch- komischen Tanzvorträgen. Wie in den Einzelvorträgen zeigen sich die Künstler ihres Faches auch in den Quartettgesängen und humoristischen Gesamtspielen auf der Höhe. Ein Abend bei den Leipzigern ist daher kein verlorener.
Besitzwechsel. Das bekannte Berglokal „Friedrichshöhe“ ist von dem bisherigen Besitzer Schröter an den Gastwirt Hermann Mittelstedt aus Berlin verkauft. Die Uebernahme ist am 1.April erfolgt.