die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Kanalisation: Wie seinerzeit an der großen Neißebrücke, so ist man auch in der Königstraße vor der Dörflingschen Dampfbrauerei auf die Fundamente eines ehemaligen Stadttores, des Crossener Tores, gestoßen. Die hier meist ungesprengt herausgeschafften, ungeheuer schweren Findlinge haben annähernd ein Meter im Durchmesser.
Weitere Bestrafungen für unsittliches Tanzen. Den Wackel- und Schiebetänzern und –Tänzerinnen kann wieder ein Urteil des hiesigen Schöffengerichts als Warnung angeführt werden, das in der letzten Sitzung gefällt wurde und mit Befriedigung von allen denen aufgenommen werden dürfte, die in jenen verdrehten Rumpfbewegungen importierter Modetänze eine widerliche Entartung der Tanzkunst erblicken. Bei den bisherigen Verurteilungen waren schon stets Personen von außerhalb dabei und bei der letzten Verhandlung handelte es sich wieder neben dem Hutarbeiter Kurt Kr. aus Guben um einen Fadenanleger Eduard Steffen aus Forst. Die Anklage war auf Grund des § 183 (Wer durch eine unzüchtige Handlung öffentlich ein Aergernis gibt, wird mit Gefängnis bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bis zu 500 M bestraft. Neben der Gefängnisstrafe kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden) erhoben worden und die Verhandlung fand am Mittwoch unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Der Amtsanwalt beantragte gegen jeden Angeklagten 50 M Geldstrafe und der Gerichtshof erkannte wie beantragt. Die Strafe wurde deswegen so hoch bemessen, weil trotz des in den Tanzlokalen angeschlagenen Verbots und der bisherigen Strafe von 30 M immer wieder Tänzer und Tänzerinnen in die geschmackloseste aller Tanzarten verfallen. Leider hat ein Zeuge in dieser Verhandlung noch den Mut gefunden, diese Sorte von Großstadttänzen zu verteidigen und in ihnen einen modernen Zug der Zeit in der Tanzkunst zu erblicken. – O sancta simplicitas! [O heilige Einfalt].

Forst, 24.Okt. (Auf einer Bierreise gefleddert.)
Zu einem Fuhrwerksbesitzer, der am Freitag mehrere Gastwirtschaften nacheinander besuchte, gesellte sich auf der Cottbuser Straße ein Arbeiter, der sich erbot, den schwer Bezechten nach seiner Wohnung zu bringen. Als dieser heute früh von seinem Rausche erwachte, vermißte er eine goldene Uhr mit Kette, einen Stockschirm und eine Brieftasche mit etwa 1000 Mark. Der des Diebstahls beschuldigte Arbeiter wurde bald ermittelt. Er bestreitet die ihm zur Last gelegte Tat.