die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Die Kanalisation der Stadt hat einen Kostenaufwand von 1 600 000 M. verursacht. Das Mairichsche Projekt war auf 1 230 000 M. veranschlagt. Die Stadtverordnetenversammlung genehmigte gestern die Annahme einer Nachtragsanleihe von 270 000 M. Die Mehrkosten sind in der Hauptsache teils durch Erweiterung des Projekts (z.B. Übernahme der Hausanschlußkosten auf die Stadt, wozu 115 600 M. gebraucht wurden, Einziehung verschiedener Straßen in die Anlage, die ursprünglich nicht kanalisiert werden sollten usw.), teils durch unvorhergesehene Nebenarbeiten entstanden.
Wie schon kurz gemeldet, soll der Waldgottesdienst im Höllengrund unmittelbar bei Germersdorf an diesem Sonntag um 4 ½ Uhr nachmittags stattfinden. Die Vorbereitungen dazu werden in ähnlicher Weise getroffen werden, wie zum 1. Pfingsttag, wo der Regen die Abhaltung des Gottesdienstes unmöglich gemacht hatte. Für ca. 100 Personen werden Bänke aufgeschlagen werden; die übrigen Teilnehmer können sich, wie das bei Waldgottesdiensten üblich ist, auf dem Waldboden lagern. Die Texte für die gemeinsamen Gesänge sind gedruckt. Der Kinderchor der Klosterkirche, vielleicht auch der unter Leitung des Herrn Kantors Klinkott stehende Handwerkergesangverein werden eine Reihe mehrstimmige Gesänge vortragen. Liturgie und Ansprachen werden von den Herren Pastoren Lic. Balzer und Lic. Dibelius gehalten werden. Den Weg zum Höllengrund wird niemand verfehlen können, da überall in Germersdorf Schulkinder aufgestellt sein werden, um den Fremden Bescheid zu sagen. Sollte das Wetter wiederum ungünstig sein, so wird noch einmal, und zwar wahrscheinlich schon am folgenden Sonntag, der Versuch gemacht werden, den Gottesdienst abzuhalten. Eine weitere Verschiebung wird nicht möglich sein, da die jedesmalige Hinrichtung des Platzes zu viel Arbeit erfordert, sich doch selbst die wertlosen Bretter der kleinen Kanzel, die man nach dem Pfingstfest nicht erst abgebrochen hatte, alsbald von unnützen Händen entwendet worden, sodaß es leider nicht möglich ist, die aufgeschlagenen Bänke längere Zeit hindurch stehen zu lassen.

Mehrere Gewitter gingen im Laufe des gestrigen Nachmittags und abends teilweise mit großer Heftigkeit über unsere Stadt und deren nähere Umgebung hernieder. Nachmittags waren die elektrischen Entladungen zeitweilig von starkem Hagelschlag begleitet, der zwar nur von kurzer Dauer war, in Gärten und Anlagen ziemlich erheblichen Schaden angerichtet hat, da die dicht herniedersausenden Schloßen Haselnußgröße erreichten. Auf den Feldern in der näheren Umgebung der Stadt ist dagegen der angerichtete Schaden nicht übermäßig groß. Mehrfach werden auch Blitzschäden gemeldet, die jedoch einen erheblichen Umfang nicht angenommen haben. Merkwürdig ist, daß die ersehnte Abkühlung nicht schon nach den heftigen Entladungen des nachmittags, sondern erst in den späten Abendstunden eintrat. ….
Wildseuche in der Mark
Unter dem Wild in der Mark Brandenburg herrscht in diesem Jahre eine bedenkliche Krankheit. In verschiedenen Forstrevieren hat man verendetes Wild, namentlich Rehe, aufgefunden, so daß man zunächst annahm, es könne sich nur um eine Massenvergiftung handeln. Das Institut für Jagdkunde in Neudamm hat jedoch die Ursache des Massensterbens festgestellt. Eingesandte Kadaver wurden genau untersucht, wobei als Todesursache Magenwurmseuche ermittelt wurde. Bei dieser seuchenartigen Krankheit, hervorgerufen durch massenhafte Einwanderung des Strongilus contortus Rud (Gedrehten Palisadenwurms), ist der Wildbestand auf das äußerste gefährdet, da die Tiere infolge von Schmerzen im Magen keine Nahrung nehmen, abmagern und schließlich verenden. In den von der Seuche befallenen Forsten sollen dem Rehwild an den Futterstellen Gegenmittel gelegt werden.
Der Umfang des „Handgepäcks“. Zu Beginn der Hauptreisezeit macht die Eisenbahnverwaltung darauf aufmerksam, dass die Mitnahme von allzu umfangreichem Gepäck in die Abteile nicht gestattet ist, weil hierdurch der Verkehr behindert und der Raum zur Unterbringung des Gepäcks anderer Reisender beschränkt wird. Die Bahnsteigsperren sind daher angewiesen worden, darauf zu achten, dass nicht unzulässig viel Gepäck in die Abteile der Züge mitgenommen wird.