die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Forst: Es wird immer besser, schreibt das "Forst. Tagebl.". Sonnabend Morgen hat es nach einer fast eisigkalten Nacht bei uns geschneit, thatsächlich geschneit. Fein und zart wirbelten die Flocken hernieder, aber sie mögen so fein gewesen sein, wie es überhaupt nur möglich ist, an der Thatsache, daß es in Forst mitten im August 1902 geschneit hat, ist nicht zu rütteln. Auch der Umstand, daß die Flöckchen alsbald auf dem Straßenpflaster in ein Nichts zerstoben waren, macht das monströse Witterungsereignis nicht ungeschehen.



Zum Neubau der Töchterschule. Die Eröffnung der Angebote über Ausführung der Erd-, Maurer- und Putzarbeiten ist heute erfolgt. Es verlangten:
Hartmann 42 442,79 M.
Schneider 49 008,25 M.
Tilgner 49 508,02 M.
Budewitz 56 005,79 M.
Gutte und Sohn 57 040,50 M.
Walter 57 609,35 M.
Krannig 72 400,39 M.
Fettke 76 311,35 M.
Im Postverkehr mit der belgischen Besatzungszone ist bei Paketen die Angabe des Gesamtinhalts auf der Außenseite und auf den Paketkarten nicht mehr erforderlich.
(Festnahme eines Falschmünzers.)
Der Stereoinpeur Richard Walter in Berlin hatte für mehrere Falschmünzerbanden gewerbsmäßig Banknotenplatten und Klischees angefertigt. Als die Berliner Polizei zur Festnahme Walters schreiten wollte, war dieser aus Berlin geflüchtet. Am Sonnabend vormittag erfuhr die Polizei durch ein abgefangenes Telefongespräch, daß Walter sich in Schwiebus aufhalte und noch am selben Nachmittag mit unbekannten Reiseziel von hier abreisen wolle. Der Kriminalwachtmeister Weldner bestieg sofort ein auf dem Flugplatz Karlshorst bereitstehendes Flugzeug, welches sofort startete, und schon nach einer Stunde in Schwiebus landete. Beim Aussteigen aus dem Flugzeug nahm der Kriminalwachtmeister den ihm persönlich bekannten Walter, der mit Schwiebuler Einwohnern bei der Landung des Flugzeuges neugierig hinzugelaufen war, unter den Zuschauern fest.
Das Johann Strauß-Konzert, das morgen, Freitag, im Garten oder Saal des Schützenhauses mit Streichorchester stattfindet, begegnet in weiteren Kreisen freundlichem Interesse. Früher reiste der beliebte Dirigent mit einer eigenen Kapelle, die Ungunst der Verhältnisse hat aber dazu geführt, dass er jetzt nur als Dirigent kommen kann. Die ihm zur Verfügung stehenden Kapellen müssen aber eine bestimmte Besetzung haben, insbesondere vermag nur ein Streichkörper das tiefe musikalische Empfinden in sich aufzunehmen, das von der unwiderstehlichen Musikphantasie des Dirigenten ausströmt. Unsere Gubener Konzert- und Theaterkapelle wird durch tüchtige Kräfte verstärkt und gerade bei diesem Konzert wird es sich zeigen, ob das Orchester in der Lage ist, zwar nicht einer Vortragsfolge heroischer Kunst genügen, aber eine fein empfundene volkstümliche Musik zu machen, die Sorgen verscheucht und Falten glättet, die Lebensmut und Lebensfreude gibt, die erfreut und beglückt. Die Spannung auf das Konzert wächst daher, wie auch die Entnahme von Eintrittskarten im Vorverkauf zeigt.
Am Sonntag vormittag findet in der Turnhalle die Weihe einer Gedenktafel für die gefallenen Turner statt. Nachmittags 2 Uhr begeben sich die Turner im Festmarsch zum Turner-Gedenkstein auf dem Alten Friedhof am Osterberg, wo eine kurze Gedächtnisfeier abgehalten wird, dann zurück ins Schützenhaus, in dessen Park von 3 Uhr ab großes Konzert, Gesangsvorträge und Schauturnen stattfindet. Ein Ball beschließt den Tag. Alles Nähere ist aus den erlassenen Anzeigen zu ersehen.