die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Groß-Gastrose. Im vorigen Jahr erbaute bekanntlich der Fabrikbesitzer Emil Lehmann hierselbst einen Kinderhort, dazu bestimmt, die noch nicht schulpflichtigen Kinder seiner Arbeiter während der Tagesstunden aufzunehmen. Entworfen und ausgeführt wurde der Bau von dem Architekten Karl Gutte jun. in Guben. Es ist ein in gefälligen Formen errichtetes und sehr zweckentsprechend eingerichtetes Gebäude, das eine Zierde unseres Ortes bildet und als Muster für ähnliche Baulichkeiten dienen kann. Der Entwurf zu dem Bau ist von der illustrierten Fachzeitschrift für Architekten und Ingenieure "Der Bauzeichner" in Lübeck angekauft und in Nr. 12 der Zeitschrift vom 20. April d. J. veröffentlicht worden. Den abgedruckten Zeichnungen (9 an der Zahl) ist eine Erläuterung beigegeben, der folgendes entnommen sei: Im Erdgeschoß liegt der zum Aufenthalt der Kinder bestimmte Saal von 60 Quadratmeter Grundfläche nebst einer geräumigen Veranda. 2 Stuben mit anschließender Kammer sind für 2 Lehrerinnen, welche die Spiele der Kinder überwachen, bestimmt. Im Keller ist eine Küche angeordnet. Im Dachgeschoß befindet sich eine Wohnung für einen Fabrikbeamten, bestehend aus 2 Stuben, 1 kleinen Stube u. 1 Küche. Die geräumigen Keller- und Bodenräume dienen zur Aufbewahrung von Spielgerätschaften und zur Unterbringung von Gartenfrüchten. Die äußeren Ansichtsflächen sind weiß, die Holzwerke braun gestrichen. Das Dach ist mit glasierten Ziegeln als Krondach eingedeckt. Die Baukosten betragen 18 000 Mark.

Baumblüte
Der günstige Witterungsumschwung hat unerwartet zur Entfaltung der Blütenpracht in unseren Bergen beigetragen; in Feld und Garten bricht es bereits aus allen Zweigen das maienfrische Grün. Der gestrige prächtige Sonntag ließ erkennen, daß die gesamte Natur von Frühlingsahnen erfüllt ist und die strenge Herrschaft des Winters gänzlich wieder abgeschüttelt hat. Vornehmlich sind es die Spillinge, die ihren vollen Blütenflor zeigen, jedoch sind auch die frühen Süßkirschen und Pfirsiche in ihrer Blütenbildung schon gut entwickelt: ebenso fängt der Schlehdorn an zu blühen. Im Laufe der Woche werden jedenfalls die Birnen und späte Kirschen ihr Blütenkleid entfalten, sodaß wir in einigen Tagen bereits mitten in der Baumblüte stehen und der nächste Sonntag ein rechter Baumblütensonntag werden dürfte, der voraussichtlich wieder recht viele neue und all die zahlreichen alten Freunde unserer Baumblüte nach Guben führen wird. Es waren gestern bereits reichlich Fremde aus den Nachbarstädten hier anwesend und dürften diese, wie die zahlreichen heimischen Spaziergänger, welche die Berggassen belebten, durch den prächtigen Anblick bei dem warmen Frühlingswetter wohl befriedigt worden sein.


Aus dem Gubener Landkreise
Groß Breesen, 22. April: Der in weiten reisen bekannte Solotänzer a.D., Inhaber eines akademischen Tanzinstituts, Herr Carl Schmiedel aus Berlin, hat, wie uns mitgeteilt wird, seinen Wohnsitz nunmehr endgültig nach seinem idyllischen Landhäuschen zu Gr. Breesen verlegt und gedenkt in nächster Wintersaison auch in Guben Tanzkurse anzuhalten. Herr Schmiedel hat sich in Berlin in der Einstudierung von Kostüm-Quadrillen, Gavotten, Nationaltänzen und Ausbildung von Tanz-Soubretten usw. bestens bewährt; er war Lehrer der meisten akademischen Verbindungen n Berlin und wird nunmehr mit seiner Kunst auch seiner neuen Heimat dienen.
Stadttheater. Am Sonntag Abend wird voraussichtlich zum letzten Male die Operette „Der fidele Bauer" aufgeführt; das Spiel von Henzen „Martin Luther“ wird am Sonntag nachmittag, am Montag nachmittag und am Dienstag nachmittag um 3 Uhr als „Schülervorstellung" und für auswärtige Besucher zu ermäßigten Preisen gegeben. - In Vorbereitung: „Die Postmeisterin" Operette von L. Jessel, zur Zeit Repertiorstück des Berliner des Berliner Zentraltheaters.
Bärenklau. 12.April. (Waldbrand.) Am Montag nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr ist in der hiesigen Gutsforst auf bisher nicht aufgeklärte Weise ein Waldbrand ausgebrochen, der auf das angrenzende staatliche Tauersche Forstrevier übergegangen ist. Durch Streuausbrand sind in der Bärenklauer Gutsforst etwa 23 Morgen 26 jährige Kiefernschonung und in der Tauerschen Staatsforst etwa 11 Morgen Kiefernaltholzbestand betroffen worden. Das tatkräftige Eingreifen der herbeigeholten Hilfsmannschaften hat größeren Schaden verhütet.