die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Zum heutigen Viehmarkt waren 569 Pferde und 1559 Rinder aufgetrieben, wofür 425,60 Mark Standgeld eingenommen wurden.
Verbesserung des Wetternachrichtendienstes. Der Professor R. Börnstein hatte einen aus landwirthschaftlichen Kreisen kommenden Wunsch zur Kenntnis des Reichspostamts gebracht, der dahin geht, daß im Besitze eines Fernsprechanschlusses befindlichen Landwirthen der Provinz Brandenburg die Wettervorhersage von den in Betracht kommenden Telegraphenanstalten durch den Fernsprecher mitgetheilt werden möchte. Diesem Wunsche ist vom Reichspostamte entsprochen worden. Für diese neue Bezugsweise der Wettervorhersage ist die Abonnementsgebühr auf 3 M. für den Kalendermonat oder einen Theil desselben, d.h. auf denselben Betrag festgesetzt, der zu entrichten ist, wenn schriftliche Ausfertigungen der Wettervorhersage von den Telegraphenanstalten abgeholt werden. Wird neben der Übermittlung durch den Fernsprecher noch eine schriftliche Ausfertigung der Wettervorhersage gewünscht, so sind außerdem die für die Abholung oder Zustellung der Wettervorhersage festgesetzten Gebühren zu entrichten.
Für den Bismarckturm auf dem Bäroschen Berge waren auf die erfolgten Ausschreibungen hin 160 Entwürfe eingegangen, die am Sonnabend seitens des Preisrichter-Kollegiums im Stadtverordnetensitzungssaale besichtigt wurden…. Die Entwürfe waren, wie üblich, nicht mit dem Namen des Künstlers, sondern mit einem Motto versehen; dasselbe Motto stand auf einem verschlossenen Briefumschlag, der den Namen enthielt. Preisgekrönt wurden folgende Entwürfe: 1. Motto: Ehrenschuld, entworfen von Oberlehrer Michel an der königlichen Baugewerkschule zu Frankfurt a.O.; 2. Motto: Märkische Erde, entworfen von Architekt Fritz Beyer zu Berlin-Schöneberg; 3. Motto: Stein, entworfen von Regierungsbaufüherer Thurm zu Braunschweig…




Enteignung schlechter Milchkühe. Aus dem Städtischen Lebensmittelamt wird uns geschrieben: Bei der Aufstellung der Listen der für die Enteignung und Abschlachtung in erster Linie in Betracht kommenden Kühe werden gemäß einem neuerdings ergangenen Erlaß der Reichsstelle für Speisefette in Zukunft die Ergebnisse der Probemelkungen zugrunde gelegt werden, die im Auftrage der Stadtverwaltung in gewissen Zeitabständen vorgenommen werden, um die Richtigkeit der Milchablieferung nachzuprüfen. Dem Kuhhalter, dem an der weiteren Aufrechterhaltung seines Viehbestandes gelegen ist, wird sich deshalb in Zukunft hüten müssen, das Ergebnis des Probemelkens im ungünstigen Sinne zu beeinflussen, wie es früher vielfach beobachtet werden konnte. Auch die Milchgeschäfte sind angewiesen worden, auf Grund ihrer Milcheingangslisten die weniger ergiebigen Kühe auf dem Lebensmittelamt zur Anzeige zu bringen, damit diese in erster Linie der Schlachtung zugeführt werden können.
Schwiebus, 18.Juni. (Vom Auto totgefahren).
Am Sonnabend nachmittag verlor durch das unvernünftig schnelle Fahren eines Kraftwagenführers der einzige, etwa 5 jährige Sohn des Bahnhofsvorstehers Ratz in Willau sein junges Leben. Während Landrat von Ronbart in Schwiebus einer Kreisausschußsitzung beiwohnte, unternahm dessen Kraftwagenführer, wie die „Schwieb. Ztg.“ berichtet, mit dem leeren Wagen eine sogenannte Probefahrt nach Willau, die in eine Wettfahrt mit einem vorausfahrenden Motorradfahrer ausartete. In rasender Fahrt durchfuhr der Wagen den Eingang des Dorfes, in welchem sich der kleine Ratz in Begleitung seiner Großmutter auf einem Spaziergang befand. Der Junge wurde von dem Wagen erfaßt, überfahren und erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß er sofort tot war. Unbekümmert um das angerichtete Unheil fuhr der Wagenführer weiter und kehrte erst später zurück.

Im Kabarett goldenes Schiff ist seit dem 16. Juni eine neue Künstlerschar eingezogen. Herr Alfred Möhring leitet die Abende und ist ein ebenso guter Ansager wie Rezitator. Die Vortragskünstlerin Lu. Koal bringt reizende Vorträge. Thuri Ster ist ein ausgezeichneter Komiker mit humorvollem Programm. Irene Harrison ist eine Instrumentalvirtuosin seltener Art. Franz Gaus zeigt sich als vorzüglicher Typendarsteller. Als ein urkomisches Herrenduett bieten sich Robert und Bertram dar. Sämtliche Künstler sind hier in Guben neu. Das Programm ist, wie uns berichtet wird, durchaus dezent.