die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Ein buntes Kirchenfenster hat der Fabrikbesitzer Adolf Wolf nebst Gattin der Stadt- und Hauptkirche zum Geschenk gemacht. Das in der Glasmalerei vor Professor Linnemann in Frankfurt a. Main angefertigte Kirchenfenster stellt die Transfiguration Christi dar und gereicht der Stadt- und Hauptkirche, in welcher es am Sonntag zum ersten Male besichtigt werden kann, zur großen Zierde. Aus welchem Anlaß diese Schenkung gemacht worden ist, ersieht man aus der hinzugefügten Widmung, welche lautet: Dem Andenken an Herrn Fabrikbesitzer Wilhelm Wolf und dessen Gattin Auguste geb. Feige, von dem Sohne Fabrikbesitzer Adolf Wolf und dessen Gattin Helen geb. Kurzreiter, am Tage ihrer silbernen Hochzeit, 4. September 1907.
Ein heftiges Gewitter mit starkem Regenguß entlud sich in der Nacht zu Sonntag. Durch einen Blitzstrahl wurde das Bergrestaurant Schönhöhe eingeäschert. Die Inhaberin des Restaurants, Frau Witwe Krug, wurde durch einen prasselnden Donnerschlag aus dem Schlafe geschreckt und mußte die Wahrnehmung machen, daß der Blitz in ihr Grundstück eingeschlagen hatte; er hatte merkwürdiger Weise das flache Dach des Vorderhauses getroffen, nicht den am Anbau befindlichen spitzen Giebel. In kurzer Zeit schlugen auch schon die Flammen empor, vermutlich hatte der Blitz das Spirituosenlager entzündet. Leider dauerte es recht lange, bis Hilfe herbeikommen konnte. Das Grundstück liegt auf einer Bergeskuppe, völlig abgesondert von anderen Wohngebäuden. Zunächst sandte Frau Krug das Mädchen, das mit ihr allein im Hause anwesend war, zum nächsten Feuermelder, der sich in beträchtlicher Entfernung, nämlich in der Crossener Straße bei Kaufmann Gebholt befindet. Das Feuer breitete sich im Hause schnell aus, besonders das Zimmer, in dem sich ein Schrank mit verschiedenen Papieren und einigen hundert Mark Papiergeld befand, war in kurzer Zeit von Flammen und Rauch erfüllt, sodaß alles verbrannte; bis die erste Spritze an Ort und Stelle war, verging bei der Entfernung geraume Zeit und ein Hydrant ließ sich nicht anschrauben, denn Wasserleitung gibt´s dort oben nicht; der geringe Wasservorrat in einem gemauerten Bassin war bald verbraucht und das übrige Wasser mußte von weither mit Wasserwagen heraufgefahren werden. Immerhin gelang es der Feuerwehr, den hinteren Teil des Gebäudes mit der Küche im Parterre und einigen Wohnräumen im oberen Stock zu erhalten. Der vordere Teil mit sämtlichen Restaurationszimmern und dem Büffetraum, sowie einigen Wohnräumen oben ist völlig niedergebrannt, die Möbel sind verbrannt oder stark beschädigt…

Vom Wetter. Die um die Wende der Vorwoche in ganz Mitteleuropa erfolgte ungemein starke Abkühlung drückte der Witterung während der letzten acht Tage ihren Stempel auf. Während der Nächte sanken die Temperaturen in weiten Teilen des Landes bis unmittelbar an den Gefrierpunkt: auch tagsüber blieb es in den meisten Gegenden sehr kühl, andauernd trübe und regnerisch. Auf den Höhen der Vogesen und Riesengebirge fiel bereits Schnee: übrigens wurde auch England, wo in verschiedenen Grafschaften Schneefälle vorkamen, von den Wettersturz heimgesucht. Bis zum Freitag der Vorwoche war das Wetter im ganzen Lande freundlich, im Osten sogar noch sommerlich warm gewesen. Im Westen setzten jedoch bei der Annäherung eines tiefen und weit ins Festland südwärts sich erstreckenden atlantischen Minimums nachmittags Gewitter und Regenfälle ein, die abends zum Teil fortdauerten und nach denen die Temperaturen stark sanken. Die Regenmengen waren zum Teil ungewöhnlich groß. Bei der raschen Annäherung eines neuen Maximums hinter der gleichfalls schnell abwandernden Depression nahm die Abkühlung noch mehr zu: an einzelnen Stellen im mittleren Norddeutschland kamen gelinde Fröste vor. Am Freitag heiterte sich der Himmel auf, sodaß die Temperaturen auf 23 Grad C emporstiegen. Der raschen Wiederabnahme des Luftdrucks dürften neue Regenfälle folgen, worauf erneut Abkühlung zu erwarten ist, wie überhaupt die Witterung vorläufig veränderlich zu bleiben scheint.