die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Seltener Fund: Herr Dampfbrauereibesitzer Haselbach läßt gegenwärtig seinen zur Eisgewinnung bestimmten Teich zwischen Lubst und Schöneicherstraße tiefer legen. Bei den Ausschachtungen ist man mehrfach auf Knochen und Holzäste gestoßen; namentlich ist eine inmitten der Anlage gefundene Weide noch vortrefflich erhalten. Das bemerkenswerteste Stück aber ist ein ungewöhnlich starkes, noch am Schädel festsitzendes Hirschgeweih von einem ungeraden Vierzehnender; auch andere Skelettteile sind in der Nähe, 30 Mtr. östlich vom jetzigen Lauf der Lubst, zu Tage gekommen und überdies der Schädel eines mächtig großen Rindes. In welcher Zeit jene teichartige Ausweitung der Lubst bestanden hat, kann man aus einem dort gehobenen vorgeschichtlichen Gefäß schließen. Nach den Randprofilen fällt die östliche Kante der Ausschachtung, 70 Meter vom jetzigen Lubstufer entfernt, etwa mit dem alten Ufer zusammen: hier ist ein vorslawischer Topf mit glattem, eingezogenem Rande und von einem hohlen Standfuß gehoben, welcher mindestens den ersten vorchristlichen Jahrhunderten, vielleicht schon einer früheren Periode angehört. In dieser Zeit war dort also noch offenes Wasser, wogegen aus dem Fehlen der leicht erkennbaren slawischen Scherben zu vermuten ist, daß das Wasserbecken in der Wendenzeit (500-1200 n. Chr.) bereits verschlammt war. Schwerlich hätten aber die Anwohner ein so mächtiges Hirschgeweih unverwertet gelassen; deshalb ist zu vermuten, daß der Fund in eine noch ältere Periode der vorchristlichen Zeit zurückweist, eh die Uferränder überhaupt bewohnt waren. In den Sandboden eingebettet ist das selten schöne Stück vor jeder Beschädigung geschützt geblieben. Es befindet sich in Herrn Haselbachs Wohnung am Zindelplatz.
An der Südseite der Stadt- und Hauptkirche werden gegenwärtig Reparaturarbeiten ausgeführt. Die Umfassungsmauern und die Strebenpfeiler zeigen vielfache Ausbröckelungen, die in gleicher Weise wie vordem auf der Nordseite der Kirche ausgebessert werden sollen.

Nach der unerträglichen Hitze der letzten Tage ballten sich gestern gegen Sonnenuntergang am Horizont dunkle Wetterwolken zusammen, die allmählich den ganzen Himmel bedeckten. Vereinzelte Blitze zuckten auf und dumpf rollender Donner wurde vernehmbar, doch fiel noch kein Regen. Nach und nach verstärkte sich das Gewitter und entwickelte sich in der Nacht zu einem der schwersten, die hier je beobachtet worden sind. Stundenlang sah man unaufhörlich auf allen Seiten gewaltige Blitze zucken, der ganze Himmel bildete ein einziges Flammenmeer, bald schwächer, bald stärker dröhnte der Donner. Erst ziemlich spät setzte Regen ein, der den schmachtenden Fluren äußerst erwünscht war, leider aber nicht in erwünschter Menge gefallen ist. Erst gegen 3 Uhr morgens verzog sich nach und nach das Unwetter. Die Temperatur hat sich zwar etwas abgekühlt, doch erschien sie auch heute noch recht schwül.



Ein großes Feuerwerk veranstaltet der bekannte Kunstfeuerwerker Schmiegerling morgen, Dienstag, im Schützenhause. Mit dem Feuerwerk ist ein Konzert des verstärkten Gubener Konzert-Orchesters unter Leitung des Herrn Musikdirektors Lübbecke verbunden. Näheres ist aus den Anzeigen ersichtlich.
(Zu dem 40. Jährigen Stiftungsfeste des Gesangvereins „Liedertanz“)
am 10.August werden eine Reihe auswärtiger Gesangvereine nach Crossen kommen. Es beteiligen sich u.a. aus Guben: M.-G.-B. „Borussia“, „Eintracht“ und „Handwerker-Gesangsverein“.
Warnung.
In letzter Zeit mehren sich die Fälle von Waldbränden in unserer Stadtforst, die bei der großen Trockenheit leicht größeren Umfang annehmen können. Wir machen das unsere Stadtforst besuchende Publikum darauf aufmerksam, dass das Anzünden von Feuer und das Rauchen von Tabak im Walde verboten ist und Zuwiderhandlungen streng bestraft werden. Insbesondere sind die Kinder strengstens zu verwarnen, im Walde mit Streichhölzern zu spielen, weil nachweislich durch sie die meisten Brände entstehen.