die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Mit dem Schluß des Sommerhalbjahres wird in den hiesigen Volksschulen eine Neuerung eingeführt werden, die gewiß von vielen Eltern mit Freuden begrüßt werden wird. Während bisher nur in den drei obersten Klassen derselben zu Ostern Censuren ausgetheilt wurden, hat jetzt die Schuldeputation die Ertheilung von Censuren an die Schüler aller Klassen und auch zu Michaeli beschlossen. Man hofft dadurch die Beziehungen zwischen Schule und Elternhaus enger zu knüpfen und die Eltern auf etwaige geringere Fortschritte ihrer Kinder, die für die Osterversetzung maßgebend sein könnten, aufmerksam zu machen. Es gelangen deshalb an alle Volksschüler, welche die hiesigen Schulanstalten seit Ostern d.J. besucht haben, Censurenbücher mit den nöthigen Eintragungen der Lehrer zur Vertheilung. Dieselben werden nach den Herbstferien, mit den Unterschriften der Eltern oder Vormünder versehen, worauf wir diese besonders aufmerksam machen, von den Lehrern wieder eingesammelt werden.
Der älteste Lehrer Deutschlands ist der Lehrer Schlie im Dorfe Totenwinkel bei Rostock. Der alte Herr ist jetzt 90 Jahre alt und versieht immer noch mit Energie und Erfolg seinen schweren Dienst in einer mit 60 Kindern besetzten Schulklasse. Zur Zeit hat der 66 Dienstjahre hinter sich. Ein schwerer Schlag war es für den alten Schulveteranen, als er vor einigen Wochen seinen im 60. Lebensjahre verstorbenen Sohn, den Direktor des Großherzoglichen Museums in Schwerin, Geh.Rath Prof. Dr. Schlie, zur letzten Ruhe geleiten mußte.
Gr.-Gastrose: Am Sonntag wurde der neuerbaute Kois´sche Gasthof "Zum deutschen Kronprinz" eingeweiht. Der vom Maurer- und Zimmermeister Walther in Guben ausgeführte Bau gewährt einen prächtigen Anblick und bildet eine Zierde des Ortes. Parkettfußboden, Glühlichtbeleuchtung, Dampfheizung u.a. praktische Einrichtungen geben der inneren Ausstattung der Lokalitäten modernen Anstrich. Durch die geschaffene Chaussee- und Bahnverbindung ist Gr.-Gastrose ein beliebter Ausflugsort geworden.

Die Einquartierung des Ulanen-Regiments Nr. 3 trifft am 21., 22. und 23. September in den in Nr. 211 aufgezählten Ortschaften des Landkreises Guben ein.
Die Einführung der 45-Minuten-Stunde soll bereits nach einem Erlaß des Unterrichtsministers, gleich im beginnenden Winterhalbjahr an allen höheren Lehranstalten Preußens erfolgen. Die Gesamtdauer der Pausen ist so zu bemessen, daß durchschnittlich auf jede Lektion zehn Minuten gerechnet werden. Es ist jedoch nicht von vornherein bestimmt, daß nun der Vormittagsunterricht allgemein auf sechs Lektionen ausgedehnt werde; hierzu ist vielmehr von jeder höheren Lehranstalt ein besonderer Antrag zu stellen, und zwar nur dann, wenn angenommen werden darf, daß die Eltern der Schüler in überwiegender Zahl keinen Wiederspruch erheben werden.
Gasbeleuchtung Die seit dem Frühjahr d. J. hier eingerichtete Gaslaternenfernzündung hat sich bis jetzt gut bewährt. Das Zünden und Löschen erfolgt durch eine kurze Gasdruck-erhöhung von der Gasanstalt aus und nimmt für sämtliche Laternen gleichzeitig ungefähr 2 Minuten in Anspruch. Hierbei ist es unvermeidlich, daß sich bei den Konsumenten eine vorübergehende Druckschwankung an den Stellen, wo Störungen an den Gaszuführungsrohren vorhanden, oder wo die Brenner nicht in Ordnung sind, unangenehm bemerkbar macht, was zuweilen zu Klagen über schlechtes Brennen Veranlassung gibt. Die Gasanstalt ist z. Zt. Im Begriff, durch umfangreiche Erweiterung des Gasrohrnetzes Abhilfe hiergegen zu schaffen. Eine durchgreifende Wirkung dieser Arbeiten kann jedoch nur dann gewährleistet werden, wenn die Konsumenten bei Störungen oben genannter Art möglichst sofort die Gasanstaltsverwaltung schriftlich in Kenntnis setzen, damit diese dann das weitere veranlassen kann.
Amtliche Zählung von Strümpfen und Handschuhen.
Das Reichsamt des Innern hat für den 15. September eine Zählung der im Deutschen Reich bei den Fabrikanten, im Groß - und Kleinhandel vorhandenen Strümpfe und Stoffhandschuhe angeordnet. Die Fragebogen werden nach dem Konfektionär in diesen Tagen durch die Handelskammern ausgegeben. Vorräte von Handschuhen und Strümpfen, die zusammen weniger als 50 Dutzend betragen, sind nicht anmeldepflichtig. Von dem Ergebnis der Aufnahme ist der Umfang der Bewilligung von Ausfuhrerlaubnissen für diese Artikel abhängig. Wenn, wie anzunehmen ist, die Zählung einen großen Bestand an fertigen Strümpfen und Handschuhen ergibt, dürften wieder Erleichterungen in der Ausfuhr dieser Artikel zu erwarten sein.
