die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
In der Gemeinde Deulowitz ist der Gärtner Paul Schuster zum Gemeindevorsteher dieser Gemeinde gewählt, bestätigt und vereidigt worden.
Im Krankenhause des Naemi Wilke-Stifts sind im Jahre 1906 im ganzen 417 Kranke verpflegt worden, nämlich 186 männliche und 231 weibliche, auf die verschiedenen Verpflegungsklassen verteilt 30 Patienten 1. Klasse, 33 Patienten 2. Klasse und 354 Patienten 3. Klasse. Auf den Anstaltsarzt Dr. Ayrer kamen 194, auf den Augenspezialisten Dr. Schultze 134, auf den Frauenarzt Dr. Balack 61 und auf den Spezialisten für Nasen- und Halsleiden Dr. Goldschmidt 28 Kranke. Geheilt oder doch gebessert entlassen wurden 331 Personen, ungeheilt entlassen wurden 63 Personen, dagegen verstarben 23 Personen. An Operationen fanden 338 statt, und zwar 152 chirurgische, 88 Augenoperationen, 54 gynäkologische und 44 bei Nasen-, Ohren- und Halsleiden. Es wurden 10783 Verpflegungstage berechnet, und der durchschnittliche Aufenthalt eines Kranken betrug 26 Tage. Der höchste Stand der täglichen Krankenziffer war 43. – Im Idiotenhaus, dessen ärztliche Überwachung den Aerzten Dr. Ayrer als Anstaltsarzt mit Dr. Schmidt obliegt, hielten sich zu Beginn des laufenden Jahres 59 Mädchen auf, dagegen befanden sich in dem Pflegehause für geistig normale Kinder – früheres städtisches Siechenhaus - 8 taubstumme Kinder unter 6 Jahren und 15 verwaiste und erziehungsbedürftige Mädchen. – Im ev.-luth. Diakonissenhause des Naemi Wilke-Stifts sind unter Leitung der Oberin, Diakonisse Elisabeth Berndt, gegenwärtig 4 Diakonissen, 6 Probeschwestern und 3 Aspiranten. Auf auswärtigen Arbeitsfeldern sind 23 Diakonissen und 14 Probeschwestern tätig.


Diebstähle. In den letzten Wochen sind fortgesetzt aus Waschküchen in verschiedenen Stadtteilen zur Nachtzeit Diebstähle an verschiedenen Sorten von Frauenschürzen, mit und
ohne Latz und Trägern, sowie verschiedenen Kindersachen und auch zwei großen Bettüchern ausgeführt worden, ohne daß es bisher gelungen ist, des Täters habhaft zu werden. Der Dieb hat aus den gefüllten Waschfässern nur Stücke der vorgenannten Art in nassem Zustande mitgenommen, es müßte also den Mitbewohnern aufgefallen sein, wenn bei einer verdächtigen Person fortwährend Wäschestücke der vorbezeichneten Art getrocknet werden. Mitteilungen nimmt die Polizeiverwaltung entgegen.

Landbund. Zwecks Gründung einer Ortsgruppe Guben der großen Organisation der Landwirtschaft hatte Herr Carl Raschke zu gestern abend Landwirte, Gärtner und alle, die an der Landwirtschaft interessiert sind, zu einer Versammlung eingeladen, die im kleinen Saale des Schützenhauses stattfand. Nach einem informierenden Vortrag des Herrn Raschke, der mit voller Zustimmung von den zahlreich erschienenen Teilnehmern aufgenommen wurde, schritt man zur Wahl des Vorstandes. Es wurden gewählt: Carl Raschke Vorsitzender, Fritz Winkler stellv. Vorsitzender, Bruno Genz Kassierer, Friedr. Hinkel stellv. Kassierer , Frl. Elisabeth Ritze Schriftführerin, M. Baulchen stellv. Schriftführer. Von den Anwesenden meldete der größte Teil seine Mitgliedschaft zu der Ortsgruppe des Landbundes an.
Glogau 8.März (Ein Kind ertrunken.) Am Sonnabend spielte dass 10jährige Mädchen Else Höppner am Schützenhausufer. Da ihm ein Holz oder sein Kreisel ins Wasser gefallen war, bückte sich das Kind über die Böschung. Hierbei muss es das Übergewicht verloren haben. Eine Rettung war leider nicht mehr möglich, Die Leiche könnte noch nicht geborgen werden.
„Der Reise- Club „Adler“, dessen Sitz Cottbus ist, der aber in allen Städten der Lausitz Mitglieder hat, hält am Sonnabend sein 4. Stiftungsfest im Saale des „Hotel Kronprinz“ ab. Wie aus der Anzeige hervorgeht, wirken die beliebten Mitglieder des Gubener Stadttheaters Frl. Koch und Herr Adam mit. Der volle Reinertrag der Veranstaltung soll dem „Deutschen Volksopfer“ überwiesen werden.