die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Landsberg a. W.: Gestern, Donnerstag, wurde in Bürgerbruch eine echte Bauernhochzeit gefeiert, die alle übertroffen hat, was bis jetzt dagewesen ist. Ein Bauer heiratete die Tochter seines Nachbars, ebenfalls eines reichen Bauerngutbesitzers. Es waren zu diesem Feste nicht weniger als 150 Gäste geladen worden. Um diese Menschenmenge zu bewirten, sind geschlachtet worden:
2 Ochsen, 3 Kühe, 2 Kälber, 4 Schweine, 4 Centner Fische, 50 Hühner, Puten, Enten und Gänse. Kuchen wurden von 3 Bäckermeistern geliefert, Getränke wurden von Brauereien, Wein von 4 Weinhandlungen entnommen. Es ging aber auch sonst sehr großartig her, zwei Musikerkapellen lassen ihre Weisen zum Tanz ertönen. Die Hochzeit wird voraussichtlich drei Tage in Anspruch nehmen. Der Weg bis zur Kirche ist zu einem Parkweg ausgebaut: mehrere Vereine bildeten zu Ehren des Paares Spalier.


Liliputaner im Schützenhause. Das kleine Menschengeschlecht wird immer seltener. Früher ließ sich öfter eine kleine Gesellschaft sehen, in den letzten Jahren hörte man aber nur wenig von ihnen. Seit gestern ist hier eine Truppe kleiner zierlicher Menschen eingekehrt, um sich in einigen Vorstellungen den Gubenern zu zeigen und ihnen einige Stunden angenehme Unterhaltung zu bieten. Und unterhaltend sind die kleinen Herrschaften; ihre Intelligenz und ihr Humor stehen ganz auffallend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Größe. Die Darbietungen sind überaus vielseitig. Nicht allein in humoristischen Possenlieder, Spaßmacherscherzen, kleinen Gesamtaufführungen usw. sind sie bewandert, sondern sie sind auch auf turnerischen, gymnastischem und akrobatischem Gebiet mit halsbrecherischen Leistungen sicher. Vom Gesang abgesehen, werden die Darbietungen der kleiner Künstler überall mit Beifall überschüttet werden, dem ihr Auftreten ist gewandt und auf einen heiteren Ton gestimmt. – Heute, Freitag, abend findet das letzte Gastspiel statt.
Hamburg 14.März. Am Sonntag nachmittag wurde der Chinese Tichen Jar, Besitzer einer Wäscherei in Hamburg, ermordet und beraubt aufgefunden. Jar war am Sonnabend mit chinesischen Freunden zusammen in einem Kellerlokal, das er als Lagerraum gemietet und als Opiumhalle eingerichtet hatte, und hatte im Spiel gewonnen, darauf wurde Opium geraucht. Die Täter hatten diesen Zeitpunkt abgewartet, um Jar zu überfallen. Es kam zu einem Kampf. Jars Körper war ganz mit Blut bedeckt. Er weist Stichwunden in die Herzgegend und 4 Schußverletzungen auf. Geraubt wurden eine Brieftasche mit 11 000 M. Inhalt, ein Portemonnaie mit Inhalt und mehrere Schmucksachen. Verschiedene Chinesen, die verhaftet worden waren, mußten wieder freigelassen werden.