die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Der greise Historiker Theodor Mommsen hat kürzlich einen merkwürdigen Unfall erlitten. Als er mit einem Licht eine Leiter bestieg, um eine Buch aus der Bibliothek zu holen, fing sein Haar Feuer, und er wurde leicht im Gesicht verletzt.
Züllichau. (Wölfe?) Die Züllich. Nachr. schreiben: In den benachbarten ausgedehnten Obraer und Schwentener Waldungen sind Wölfe bemerkt worden. Als die Nachricht zuerst bekannt wurde, begegnete sie starken Zweifeln; doch sind in letzter Zeit vielfach zerrissene und zum großen Teil verzehrte Rehe und Hasen in den Wäldern gefunden worden, so daß an dem Auftreten von Wölfen in den genannten Wäldern wohl nicht mehr zu zweifeln ist. Wie verlautet, sollen sich drei Wölfe nach unsern Wäldern verirrt haben.
Gr.-Breesen. (Schulerweiterung.) Nachdem erst im Jahre 1904 ein neues Schulhaus, das zweite, erbaut und eine dritte Lehrerstelle hierselbst gegründet worden ist, macht die fortwährend steigende Schulkinderzahl die Einrichtung einer vierten Lehrerstelle und die Beschaffung der hierzu notwendigen Räumlichkeiten erwünscht. Unsere Schule, zu der auch die Kinder der Nachbarorte Bresinchen und Grunewald gehören, zählt gegenwärtig 222 Kinder, die in vier Unterrichtsklassen von zwei Lehrern und einer Lehrerin unterrichtet werden. Auf Veranlassung der königlichen Regierung in Frankfurt a.O. hatte der Landratsamts-Verwalter, Regierungsassessor Harte, am gestrigen Mittwoch die Mitglieder des Schulvorstandes im neuen Schulhause hierselbst zu einer Vorbesprechung darüber eingeladen, inwieweit hier Abhülfe notwendig und wie sie am besten zu beschaffen ist. Da die Kinderzahl fortwährend wechselt und gegenwärtig wieder um vier zurückgegangen ist, kam die Versammlung nach eingehender Erörterung der Angelegenheit dahin überein, zunächst noch genaue Erhebungen darüber anzustellen, inwieweit für die nächsten Jahre ein Steigen oder Fallen der Schulkinderzahl zu gewärtigen ist. Je nach dem Ausfall dieser Erhebungen sollen alsdann weitere Beschlüsse gefasst werden. In Anregung gebracht wurde, die Stadt Guben, wo viele Fabrikarbeiter mit zahlreichen schulpflichtigen Kindern aus unserem Ort und aus Grunewald Beschäftigung finden, auf Grund der bestehenden Gesetzgebung zu einem Zuschuß zu den Schullasten heranzuziehen.
Ermittelte Einbrecher. In den letzten Monaten wurde wiederholt in das Agentur- und Kolonialwaren-Großgeschäft von Bruno Görlich, Lausitzer Straße 57, eingebrochen und allerlei Waren, wie Zigarren, Zigaretten, Konserven, Schokolade, Kakao, Bonbons usw., im Werte von über 5000 M entwendet. Nunmehr hat die Kriminalpolizei die Täter in der Person des Invaliden Paul Skadow und Arbeiters Kurt Schmidt aus Schmellwitz ermittelt und festgenommen.
Fundgegenstände. In der Zeit vom 17.Dez. 1919 bis 20.Januar 1920 sind nachfolgende Gegenstände in der Fundsammelstelle Markt 12 abgeben worden : Geldscheine, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Handtuch, 1 Strumpfhalter, 1 Rolltuch, 1 Schürzchen , 1 Deckchen, 1 Brille, 1 Markttasche mit Inhalt, 2 Brillen, 1 Wanddeckchen, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 2 Markttaschen, 1 schwarzer Damenhut, 3 einzelne Handschuhe, 1 leeres Portomonnaie,1 Kinderhandschuh, 1 paar Schuhe, 1 Kinderschlittschuh,1 künstliches Gebiss.
Jülichau, 27. Jan. (Die Kälte.) Die Oder ist zum dritten Male in diesem Winter zum Stehen gekommen. Im Oberhafen in Tzschicherzig liegt Kahn an Kahn, alle mit Ladung aus Kohlen und Zucker besteht. Teilweise wird die Ķohle bereits auf die Waggons der Hafenbahn übergegangen um ihrem Bestimmungsort zugeführt zu werden. -Wegen der strengen Kälte sind die Arbeiten an der Oderbrücke vorläufig eingestellt worden. Der Belag ist zum größten Teil fertiggestellt. Nach Wiederaufnahme der Arbeit ist anzunehmen, daß die Brücke bald wieder dem Verkehr übergeben werden kann.