die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Am Kronleuchter im Stadttheater zeigte sich gestern Abend eine Undichtigkeit. Bekanntlich werden im Theater keine Glühstrümpfe verwendet, sondern das Gas brennt mit offener Flamme in weißen kerzenähnlichen Brennern. Während eines Zwischenaktes, als das Gas hochgeschraubt war, bemerkte man plötzlich unterhalb eines Brenners eine größere Flame, die eine intensive Hitze entwickelt haben muß, denn man sah von Zeit zu Zeit einen Tropfen flüssiges Metall herabfallen, was für die darunter Sitzenden recht bedenklich war. Einer Dame soll durch einen solchen Tropfen ein Loch ins Kleid gebrannt sein, Verletzungen von Personen sind glücklicher Weise nicht vorgekommen. Schon bemächtigte sich des Publikums eine gewisse Aufregung, da wurde zum Glück der Zuschauerraum verdunkelt und die Flame erlosch. Ob ein Brenner zerplatzt war oder worauf sonst die Erscheinung zurückzuführen war, konnte man vom Zuschauerraum aus nicht erkennen.
Beeskow: (Alter Gedenkstein) Hart an der Chaussee zwischen Ranzig und Stabrodt wurde dieser Tage ein etwa 12 Zentner schwerer Stein zutage gefördert, der eine bis jetzt noch nicht entzifferte Inschrift von lateinischen Buchstaben und die Jahreszahl 1306 trägt. An derselben Stelle sind schon früher Urnen und Töpfe mit Münzen ausgegraben.
Abschuß der Störche. Jäger und Jagdfreunde wird es interessieren, daß der Bezirksausschuß zu Frankfurt a. O. für die Kreise Königsberg, Soldin, Landsberg a. W. und Ost-Sternberg den Jagdberechtigten und deren Beauftragten die Ermächtigung gegeben hat, den weißen Storch in der Zeit vom 1. März bis einschließlich 15. Juni 1906 zu schießen. Es wird hierbei die Erwartung ausgesprochen, dass der Abschuß nur an den Orten und zu den Zeiten erfolgt, wo und wann der Vogel in größerer Anzahl auftritt. Anderenfalls würde eine Abschußgenehmigung in künftigen Jahren nicht erteilt werden.
Die Pfaffenschänke niedergebrannt. Wie uns gemeldet wird, ist in der Nacht vom Sonntag zum Montag gegen 3 Uhr morgens in der auch von Gubener Ausflüglern viel besuchten Pfaffenschänke bei Coschen Feuer ausgebrochen. Wie es entstanden ist, hat bisher nicht ermittelt werden können. Bis gegen 12 Uhr nachts wurde in dem Lokal noch getanzt. Die abgebrannten Gebäude sind bei der Landfeuersozietät versichert. Eine weitere, uns aus Coschen zugegangene Meldung besagt: Durch Feuerlärm wurden heut in der frühen Morgenstunde gegen 4 Uhr die Bewohner aus dem Schlafe geweckt. In der bekannten Pfaffenschänke stand das Wohngebäude in hellen Flammen. Es ist bis auf die Umfassungsmauern niedergebrannt. Ein Teil der Möbel ist gerettet worden. Das Feuer ist hierselbst durch Zufall entdeckt worden: denn die tiefe Lage des vielbesuchten Wirtshauses und die es umgebenden hohen Fichten dämpften den Feuerschein, so daß z.B. die Bewohner des nahen Breslack erst in den Morgenstunden zur Löscharbeit herbeieilten.
Am Zweikaiserbrunnen auf dem Marktplatz wird gegenwärtig eine Reparatur ausgeführt. Die etwa 1 ½ Ztr. schweren Spitze hat sich nach der Seite zur Kirche gesenkt. In einer halbrunden Verzierung, die nach oben offen ist, hat sich Wasser angesammelt, wodurch ein Rost entstand, der die Stange langsam zersetzte. Glücklicherweise wurde der Schaden, der erhebliche Folgen hätte haben können, wenn die schwere Spitze heruntergebrochen wäre, rechtzeitig bemerkt.
Schließung eines Fleischereigeschäftes. Das städtische Lebensmittelamt ist gezwungen gewesen, das Ladengeschäft des Fleischermeisters Carl Merler, Schögelnerstr. 9a, vorläufig zu schließen, weil Herr Carl Merler sich grobe Verstöße gegen die bestehenden Vorschriften hat zu schulden kommen lassen. Die bei Merler eingetragenen Kunden haben die Umschreibung im Statistischen Amt, Stadtschmidtstraße, bis spätestens Dienstag, 18.Februar vornehmen zu lassen.
Beim Verlassen der Eisenbahnhauptwerkstatt ist gestern durch auswärtige Kriminalbeamte eine größere Anzahl von Personen verhaftet worden, bei denen Gegenstände gefunden wurden, die Staatseigentum waren. Die weitere Untersuchung in dieser Angelegenheit ist eingeleitet.