die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Annoncenteil: Gestohlene Gegenstände
In der Zeit vom 19. Bis 23. Dezember 1901 aus einem Schuppen des Gehöftes Frankfurterstraße 22 eine 3 ½ Meter lange Wagenkette.
Am 23. Dezember 1901 von dem Hofe Zindelplatz 14 eine geschlachtete Gans. In der Nacht vom 3. Januar 1902 aus einer Hundehütte des Gehöfts Einbeckenstraße 9, 5 schwarze Hühner und eine Hahn.
Am 2. Und 4. Januar 1902 aus einer Wohnung des Hauses Am Damm Nr. 3 ca 50 Mark baar Geld und zwar ein Zwanzigmarkstück, zwei Fünfmarkstücke und anderes Silbergeld.
Am 6. Januar d.Js. abends zwischen 10 und 12 Uhr aus einem Gasthofe in der Frankfurterstraße eine braune wollenen Pferdedecke, an deren kurzen Enden sich braune, gelbe und blaue Streifen befinden. Um Beihilfe zur Ermittlung der Diebe sowie der gestohlenen Gegenstände wird ersucht.
Guben, den 16. Januar 1902
Die Polizei-Verwaltung - Bollmann
Freßvereine bestehen in Nürnberg in beträchtlicher Anzahl. Ein Blick in das im Selbstverlag des Stadtmagistrats von Nürnberg herausgegebene Adreßbuch zeigt den hohen sittlichen Standpunkt, welchen einzelne von den etwa 500 in Nürnberg bestehenden Vereinen einnehmen. Hier ist der Name keineswegs "Schall und Rauch", sondern durchaus charakteristisch für seine Träger.
Außer einem Verein der Raucher, der gemüthlichen Schnupfer und einem Lügenclub finden sich folgende: Die gemüthlichen Zecher, Die feuchten Brüder, Die Unverbesserlichen, Die Fresser Nürnbergs, Fresser Steinbühl, Fresser Zipfelbauern, Freßclub Maxfeld, Freßverein Gobl, Freßverein der Protzen, Freßverein Plärrer, Freßverein Premier und Hans Sachs-Freßverein.
Daß diese Freßvereine in einem Lande, in welchem die reichsten Leute die Brauer, der Haupthandels- und Ausfuhrartikel das Bier ist, ihren Daseinszweck, das Fressen, nicht trockenen Mundes erfüllen, ist wohl selbstredend, und so dürften die verschiedenen Freßvereine thatsächlich ebenso viele - um im Stile des Nürnberger Adressbuches zu reden - Saufvereine sein.
Im hiesigen Gefängnis wird das Personal infolge der starken Belegung um eine ständige Hilfsaufseherstelle vermehrt werden.

Taubendorf. (Haltestelle.) Die hiesige Haltestelle an der Guben-Forster Eisenbahn wird nach den neuerdings getroffenen Feststellungen in Km. 18,15 angelegt werden.
Sembten. (Masern.) In unserem Orte sind die Masern in einem noch niemals dagewesenen Umfange aufgetreten. Es gibt fast kein Haus, in dem nicht 2 und mehr Kinder krank sind. Bis jetzt hat die Krankheit einen gutartigen Verlauf genommen. Der Schulunterricht hat bis auf weiteres geschlossen werden müssen.

Die Stadtverordnetenwahlen gingen gestern mit der Ersatzwahl der ersten Abteilung für den in das Magistratskollegium berufenen Hutfabrikanten Herrn Hermann Lewin zu Ende. Von 92 Wahlberechtigten der 1. Abteilung stimmten 65 ab. Es erhielten die Herren Kaufmann Julius Cohn 41 und Rentier Genz 24 Stimmen. Da die absolute Mehrheit 33 Stimmen beträgt, so ist Herr Kaufmann Jul. Cohn gewählt.
Stiftung. Für die Aula des städtischen Gymnasiums hat ein hiesiger Bürger die Reproduktion einer im römisch-germanischen Zentralmuseum in Mainz befindlichen Statue, darstellend einen römischen Legionär in vollem Rüstzeug mit Bilum und Schild, gestiftet. Die namentlich für die Schüler sehr lehrreiche Statue ist bereits hier eingetroffen und in der Aula aufgestellt worden; sie bildet einen imposanten figürlichen Schmuck des gymnasialen Repräsentationsraumes.
Die neuen Bilder im Schaurahmen der Gubener Zeitung veranschaulichen das untergegangene Unterseeboot U III nach der Hebung, die Auffindung des verunglückten Ballons Hildebrandt und die Bergung der Leiche des Rechtsanwaltes Kohrs.

Keine Beschlagnahme der Nähfäden. Die Befürchtung ist verbreitet, daß der Bekanntmachung betreffend Bestandserhebung von Nähfaden vom 30.Dez. 1916 demnächst eine Beschlagnahme der Nähfaden folgen werde. Diese Besorgnis ist unbegründet. Die Heeresverwaltung stellt im Gegenteil bereits seit über Jahresfrist den Nähfadenfabriken vierteljährlich beträchtliche Mengen beschlagnahmter Garne zur Verfügung, um den laufenden Bedarf an Nähgarn zu decken. Es besteht also kein Anlaß, sich über den laufenden Bedarf hinaus mit Vorräten an Nähfaden zu versehen. Nur durch übergroße Käufe könnte künstlich eine Knappheit und eine Preissteigerung in Nähfaden herbeigeführt werden.
Fundgegenstände. In der Zeit vom 15.Dezember 1918 bis 15.Januar 1919 sind nachstehende Fundgegenstände auf der Fundmeldestelle Markt 12 abgegeben worden: 1 Paket mit Papierwaren, 1 Eisernes Kreuz, 1. Kl., Portemonnaies mit Inhalt, 2 schwarze Handtäschchen, 2 Kindermützen, 1 Paar Kinderhandschuhe, 1 Paar Handschuhe, 1 einzelner Handschuh, 1 Brille mit Futteral.