die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Übergabe der Strecke Cottbus - Guben. Am Sonnabend fand die Übergabe der Eisenbahnstrecke Cottbus - Guben an die Direktion Posen statt. Die an der Übergabe beteiligten Personen, es waren ihrer acht, fuhren mit einem Revisionszuge um 10.31 Uhr von Cottbus ab und stationierten nacheinander in Neuendorf, Peitz-Ost, Jänschwalde, Kerkwitz und Guben. Um 12,45 Uhr Mittags kehrte der Zug schon wieder zurück.
Zum heutigen Viehmarkt waren 882 Pferde und 1170 Stück Rindvieh aufgetrieben. Für Standgeld wurden 410,40 M eingenommen.
In der Stadtkirche befinden sich 12 Bildnisse von Geistlichen, die im 17. Und 18. Jahrhundert hier amtiert haben, unter ihnen zwei auf Holztafeln gemalte, die allmählich durch den Zahn der Zeit angegriffen worden sind. Das eine dieser letzteren Gemälde stellt den Mag. Ernst Colbe dar, der hier von 1630 - 1650 als Pastor Primarius wirkte. Er hat sich um die Stadt insofern einen besonderen Verdienst erworben, als er sich in den letzten Tagen des April 1642 mit dem Bürgermeister Sieg. Neumann in das Lager der Schweden hinauswagte, von denen die Bastei und die Mauer am Crossener Tor eingeschossen war, und durch eindringliche Bitten von der Stadt bei der Übergabe an die Feinde die drohende Plünderung abwandte. Von dem stark verblichenen Bilde, das jetzt in Berlin einem Auffrischungsverfahren unterzogen wird, hat, wie wir hören, Herr Photograph Rosenthal eine große, vorzüglich gelungene Aufnahme hergestellt und diese in einem sehr stattlichen Rahmen dem Stadtmuseum als erstes Geschenk für dessen Neubau mit einem silbernen Widmungstäfelchen verehrt.
Eine Ausstellung von Kunstwerken veranstaltet die als Kunstmalerin ganz hervorragendes leistende Frau von Riwoßky vom 8. – 12.April in ihrem Heim Haagstr. 10 in Guben. Das Anziehendste der diesmaligen Ausstellung sind Kopien von Madonnen alter Meister, die von der Künstlerin, natürlich im verkleinertem Maßstabe, auf Porzellan gemalt worden sind. Frau von Riwoßky befindet sich damit auf ihrem eigentlichen Gebiet, auf dem sie sich in Kunstkreisen einen sehr geachteten Namen erworben hat. Ihre meisterhafte Technik und der lebenswarme, zarte Ton ihrer Porträts haben die uneingeschränkte Anerkennung auch der Fachkreise gefunden und ihr verschiedene Auszeichnungen eingetragen. Hinsichtlich der Eröffnung und der Besuchszeiten der Ausstellung verweisen wir auf die Ankündigung im Anzeigenteil.
Stadttheater. Am Mittwoch abend findet das Gastspiel der Tanzkünstlerin Hilda Garden statt: die inländische und ausländische Presse lobt ihre bedeutende Tanzkunst. Sie ist in Stuttgart, Dresden, Frankfurt, Wien, Kopenhagen, Leipzig, Dortmund etc. überall außerordentlich gefeiert worden. - Freitag gastiert Frau Dr. Immisch aus Cottbus in dem bekannten Fulda`schen Lustspiel „Die Zwillingsschwester“ - In der Operette wird der große Gilbert -Schlager „Dorine und der Zufall“ vorbereitet, der seit Monaten im Theater am Zoo volle Häuser erzielt.