die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Pfand auf Flaschen für Bier und kohlensäurehaltige Getränke In einigen Bezirken des Schutzverbandes der Brauereien der Norddeutschen Brausteuergenossenschaft und verwandter Gewerbe besteht bereits das Flaschenpfand, das nunmehr auch auf den Bezirk Frankfurt a. O. und Umgebung Ausdehnung erfahren soll. Es sind bereits früher Verhandlungen nach dieser Richtung gepflogen, die aber keinen Abschluß fanden. Neuerdings sind nun die Verhandlungen durch den Schutzverband wieder aufgenommen worden und in einer vor kurzem in Frankfurt a. O. abgehaltenen Besprechung wurde der Beschluß gefaßt, das Flaschenpfand in einen Bezirk einzuführen, der folgende Orte umfaßt: Frankfurt a. O., Neppen, Drossen, Zielenzig, Sternberg, Crossen a. O., Guben und Fürstenberg a.O. nebst Umgebung. Da noch einige Unterschriften fehlen, die aber auch in Aussicht stehen, wird der Zeitpunkt des Inkrafttretens obigen Beschlusses erst demnächst festgesetzt.

Kein Schweinefleisch für Kriegsgefangene. Eine Verfügung des Königlich Preußischen Landesfleischamts weist darauf hin, daß die Verabfolgung von Schweinefleisch an gesunde Kriegsgefangene verboten ist.
Ein Generalkommando gegen unhöfliche Bedienung. Das stellvertretende Generalkommando des 12. Armeekorps wendet sich, wie aus Leipzig gemeldet wird, mit folgender Zuschrift an die Zeitungen: Es mehren sich die Klagen, daß die Geschäftsleute, namentlich Inhaber von Läden und deren Angestellte im Verkehr mit den nachfragenden und einkaufenden Leuten jede Höflichkeit außer acht lassen und schroff auftreten. Ein solches Verhalten verstößt in jetziger Zeit gegen die öffentliche Wohlfahrt ,indem er erbitternd auf die allgemeine Stimmung einwirkt. Das Generalkommando muß daher ein derartiges Verhalten scharf mißbilligen und hofft, daß solche begründeten Klagen in Zukunft nicht mehr erhoben werden können. Andernfalls würde es gezwungen sein, gegen die Betreffenden mit geeigneten Maßnahmen einzuschreiten.
Ueberfall. Auf dem Wege an der Cottbuser Chaussee wurde am Donnerstag nachmittag der frühere Gastwirt Raschack aus Grano von einem Wegelagerer in Feldgrau, etwa 25-30 Jahre alt, überfallen und beraubt. Nur dem Umstande, daß der Drewitzer Kutscher Kossatz und Frau Brüll aus Wilschwitz dem Ueberfallenen zu Hilfe kamen, wurde dem Räuber seine Beute wieder abgejagt. Nachmittags gegen 5 Uhr ging Herr Max Kaemple-Wilschwitz zu Fuß nach Hause und bemerkte, daß ein etwa 30 Jahre alter Mann im feldgrauen Rock, dunkler Hose und rotstreifiger Soldatenmütze aus dem Walde der Richtung der Sprucke auf die Cottbuser Chaussee trat und sich vor ihm aufstellte. Herr R. der einen dicken Spazierstock bei sich hatte, ging schlagbereit am Ihm vorüber. Bis er ungefähr 100 Schritte im Wilschwitzer Wege war bemerkt er, daß der Mann ihm folgte. Zufällig kam Knape-Drewitz denselben Weg und begleitete Herrn Kaemple bis Wilschwitz. Es ist anzunehmen, daß dieser Feldgraue derselbe war, der vorher den Raub versuchte.
Eine reisende Betrügerin mit ihrer angeblichen Tochter wurde hier in einem Hotel von Kriminalbeamten festgenommen und dem Amtsgericht zugeführt. Es handelt sich um eine Bankdirektorenwitwe aus Dresden die aber schon seit einem Jahr keinen festen Wohnsitz hat. Sie logiert sich in Pensionen und Hotels ein und verschwindet, ohne bezahlt zu haben. Soweit sich bisher feststellen ließ, wird sie von drei auswärtigen Behörden wegen gleicher Betrügereien, ferner wegen Diebstahls und Unterschlagung gesucht.