die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Gerichtliches: Graf Pückler ist wegen Beleidigung des Gastwirths zum Goldenen Löwen in Hauptwil, Kanton Thurgau, Jean Etter, und seines Angestellten Haeusli, von denen Pückler behauptet hatte, sie hätten ihn durch vergiftete Suppe töten wollen, von dem Schöffengericht beim Berliner Amtsgericht I zu 450 Mk. Geldstrafe eventuell 30 Tage Gefängniß verurtheilt worden.
Unkenntniß der Rechtschreibung hat einen biederen Ehemann in der nördlichen Karrharde (Apenrade) in große Verlegenheit gebracht. Er hatte nach langem Nachsinnen beschlossen, seiner Frau ein paar große Haussegen (Bilder) zum Weihnachtsfeste zu schenken. Er bestellte sie schriftlich bei seinem Kaufmann in der Stadt und freute sich herzlich, als das große Packet gerade in Abwesenheit seiner Frau eintraf. Er verwahrte das Packet an einem sicheren Ort und am Weihnachtsabend überreichte er es freudestrahlend seiner Ehehälfte. Diese nimmt mit herzlichem Dank das Geschenk entgegen und öffnet voll Spannung das Packet. Doch sie glaubt ihren Augen nicht zu trauen und auch ihr Ehemann steht da mit einem keineswegs geistreichen Gesicht. Zum Vorschein kommen nämlich zwei große Sägen, wie sie der Tischler gebraucht. Der gute Mann hat Haussägen statt Haussegen geschrieben.
Standesamts-Statistik: Im Jahre 1903 wurden in Guben 912 Kinder geboren, darunter 89 uneheliche. Gestorben sind 619 Personen inkl. 42 Totgeburten. Ehen sind 299 geschlossen worden.
Das benachbarte Rittergut Grano ist durch Kauf von dem bisherigen Besitzer Walter Stettiner auf den Landwirt Johannes Weber übergangen.
Schenkendöbern: Am zweiten Weihnachtsfeiertage brannte in Schenkendöbern das Wohnhaus des Tischlermeisters und Musikus Neumann ab, ohne daß die Ursache des Brandes festgestellt werden konnte. Eine kürzlich vorgenommene Nachforschung hat den Verdacht vorsätzlicher Brandstiftung in hohem Grade wahrscheinlich gemacht. So wurden in der Scheune des N. unter Stroh versteckt außer Tischlerhandwerkszeug und Musikalien eine Menge anderer Sachen gefunden, die jedenfalls vor dem Brande dort untergebracht worden waren.

Standesamtliches. Im Jahre 1908 sind in Guben 997 lebende Kinder geboren worden, darunter 117 uneheliche. Es erfolgten 33 Totgeburten, darunter 3 uneheliche. Todesfälle kamen 631 vor, von denen 159 Kinder unter 1 Jahre waren und 30 uneheliche. Ehen sind 330 geschlossen worden.

Jahresstatistik. Im Jahre 1910 sind in Guben 864 Kinder geboren, darunter 97 uneheliche. Gestorben sind 628 Personen, darunter 154 Kinder unter 1 Jahr, weiter kamen 35 Totgeburten zur Anmeldung. Die Zahl der Eheschließungen betrug 294.


In der letzten Sitzung der Naturwissenschaftlichen Vereinigung legte Herr Haudering selbstgezogene Tabake und Körnermaisarten vor. Durch sorgsame Behandlung ist erreicht worden, daß der Gubener Tabak viele der früher eingeführten nordamerikanischen Tabake übertrifft. Trotz der Ungunst des vorjährigen Wetters sind die verschiedenen Körnermaisarten (rumänischer, galizischer, italienischer, kannstätter, österreichischer, , kleinkörniger Mais) gut ausgereift. Am ergiebigsten ist der österreichische Mais. Es sei darauf hingewiesen, daß der Mais nicht unter Bäumen gedeiht und wie eine Hackfrucht behandelt, also 2 bis 3 mal gehackt werden muß, wenn er reichen Körnerersatz zeigen soll. Sodann erläuterte Herr Prof. Strümpfler an einer selbstgefertigten Sonnenuhr das Wesen und die Einrichtung der Sonnenuhren. Am bequemsten sind die waagerechten, am häufigsten in unserer Stadt aber die senkrechten Sonnenuhren an den Häusern, deren Herstellung meist nicht mit der nötigen Sorgfalt geschieht.
Greiffenberg, 9.Jan.(Lebensrettung.) Ein Beim Gutsbesitzer Güsel in Nieder Biela zu Besuch weilender 9jähriger Knabe geriet beim Schlittenfahren in den stark anreichwollenen Queis. Die Strömung riess den Knaben etwa 100 Meter weit mit fort. Der Postschaffner Scherner sprang in die eisigen Fluten und rettete das Kind unter eigner Lebensgefahr vor dem sicheren Tode. Der Knabe war bereits bewußt los . Die Wiederbelebungsversuche waren von Erfolg.
Die Schlachthofbrücke wegen Eisgefahr gesperrt. Wie die gestrige Bekanntmachung der Polizeiverwaltung besagt, ist der Verkehr über die Schlachthofbrücke wegen Eisgefahr gesperrt worden. Auf die Beachtung dieser Anordnung sei hingewiesen.