die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.

Fernsprechwesen Die Zahl der an das Fernsprechnetz Guben angeschlossenen Teilnehmer hat am 1. Januar die Zahl 500 überschritten. Auf Grund des § 3 der Fernsprech-Gebühren-Ordnung vom 20. Dezember 1899erhöht sich daher die Pauschgebühr vom 1. April ab von 140 auf 150 M. Die Teilnehmer sind berechtigt, ihre Anschlüsse zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Erhöhung mit einmonatiger Frist zu kündigen.
Der Verein für Feuerbestattung für Guben und Umgegend hatte am 31. Dezember erst ein halbes Jahr seit seiner Gründung hinter sich und in dieser so kurzen Zeit einen außergewöhnlich günstigen Aufschwung genommen. In der letzten Vorstandssitzung konnte mitgeteilt werden, daß nunmehr annähernd 80 Mitglieder dem Verein angehören und alle Aussicht vorhanden ist, daß die ersten 100 Mitglieder in Kürze erreicht sein werden. Der Vorstand beschäftigte sich bisher mit verschiedenen Projekten, die den Mitgliedern materielle Erleichterungen bei eintretendem Todesfall bringen sollen. Näheres darüber wird in der nächsten Generalversammlung , die auf den 3. Februar festgesetzt wurde, mitgeteilt werden. Sein Hauptaugenmerk lenkt der Verein darauf, gerade den mittleren und unteren Volksschichten, in denen der Gedanke der Feuerbestattung sich immer mehr verbreitet, die Kosten zu erleichtern. Zu diesem Zwecke werden die Stiftungen, die dem Verein in Aussicht gestellt wurden, segenbringend wirken. Es eröffnet sich hier ein neues Betätigungsfeld für ideale Spender.
Die Eisbahn auf den Schreiberschen Wiesen bildet jetzt das Ziel von vielen Hunderten. Am Eröffnungstage besuchten 246 Personen den Eisplatz, Donnerstag stieg der Besuch auf 579 und Freitag sogar auf 727 Personen. Der Rauhreif der letzten Tage, der jeden Baum und Strauch mit seinen feinen Kristallen umhüllte, gab dem Platz ein erhöhtes winterliches Aussehen. Für morgen Sonntag sind zwei Eiskonzerte geplant. Das erste findet voraussichtlich von 11 bis halb Eins statt. Der Eintrittspreis zu solchem Konzert beträgt 20 Pfg. für die Person. Kinder- und Freikarten werden dazu nicht ausgegeben. Auch Büfetts sind seit gestern auf dem Eise aufgeschlagen, an denen für billiges Geld warme Getränke, Kuchen, Würstchen usw. zu haben sind.
Pflicht aller stellungssuchenden Bürokräfte! Man schreibt uns: Zwecks Verdrängung der weiblichen Bürokräfte, die z. Zt. An Mannesstatt arbeiten – in Post, Bahn , Bank, kaufm. Instituten, Stadtverwaltung, Spar- und anderen Kassen- ist es erforderlich, eine Statistik der arbeitslosen männlichen Kräfte einzureichen. Der M. und S. Rat Guben hat sich bereit erklärt, dementsprechend vorzugehen. Alle stellensuchenden Männer, wie Buchhalter, Bürohilfskräfte und, Kaufleute sowie jegliche schreibgewande Personen - auch diejenigen, die Inzwischen eine Notstellung angenommen haben, z.B. beim Sicherheitsdienst der Stadt Guben usw.-werden aufgefordert, sich zwecks Aufstellung einer zahlenmäßigen Statistik beim Arbeitsamt Guben, Schulstraße, unverzüglich zu melden, gleichspiel ob sie Unterstützung beziehen oder nicht. Nur so kann geeignete Büroarbeit nachgewiesen werden.
Brauereiverkauf. Das den Kurzanichen Erben gehörige in der langen Straße gelegene Brauereigrundstück hat der Handelsmann Sichberg von hier für 48000 M käuflich erworben.
Dunkles Brot und Semmeln. Auf die häufigen Klagen des Publikums über dunkles Brot oder Semmeln wird vom Lebensmittelamt mitgeteilt, daß außer dem jetzt gelieferten verhältnismäßig hellen Roggen- und Weizenmehl noch Weizennachmehl und andere Streckungsmittel von der Reichsgetreidestelle, geliefert werden, die sämtlich sehr dunkel sind. Solange diese Streckungsmittel zum Mischen verbraucht werden müssen, wird auch das Brot, trotz des besseren Roggen- bezw. Weizenmehles, leider immer noch zum Teil dunkel ausfallen.