die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Landsberg a.W.: Ein Neujahrsscherz. Eine Gesellschaft junger Leute machte sich am Jahresende den Spaß, einem Bekannten, einem Geschäftsmann, der ewig darüber klagte, daß die Kunden so saumselig im Zahlen wären, einen Haufen Postanweisungen zu senden, auf deren jede nur 5 Pfennig eingezahlt waren. Freudig bewegt sah der Geschäftsmann am Neujahrsmorgen den Postboten mit einem hübschen Stößchen Anweisungen erscheinen, und mit glückstrahlender Miene und sehnsuchtsbebender Hand leistete er die erforderlichen Unterschriften. Aber als er sich anschickte, die Beträge zusammenzurechnen, die ihm zufließen sollten, da wurde er zu seinem Ärger und seiner Betrübniß inne, daß er auch nicht einen Pfennig erhielt, denn die Summe von fünf Pfennigen, die auf jede Anweisung eingezahlt war, empfing der Postbote als Abtragegebühr. Der Geschäftsmann war wüthend, mußte aber schließlich selber über den ihm gespielten Streich herzlich lachen.
In der elektrischen Kraftstation der Seydellschan Mühlen traten, wie mitgeteilt, während des Eisganges der Neiße recht unerwünschte Störungen ein. Die Turbinengänge sind oberhalb durch ein die ganze Breite der Maschinenhalle einnehmendes dichtes Eisengitter vor dem Eindringen von Fremdkörpern, wie Pflanzen, Holz, Stroh, Schmutz, Eisstücke etc. geschützt. Dieses Gitter hat nun bei der letzthin eingetretenen Versagung des Werkes eine ihm nicht zugedachte Rolle gespielt. Die zahllosen Scherben und Splitter des Grundeises setzten sich in seinen Maschen fest und gefroren zu einer undurchdringlichen Masse, sodaß schließlich der Wasserdurchfluß vollständig behindert und die Kraftstation lahmgelegt war.
Groß-Drewitz. (Schulumbau). Das alte Schulhaus hierselbst befindet sich in einem mangelhaften baulichen Zustand, so dass die Vornahme von Instandsetzungsarbeiten sich an dem Gebäude nicht mehr lohnt. Der jetzige Klassenraum entspricht, da über 70 Kinder die Schule besuchen, in keiner Weise den gesetzlichen Bestimmungen, auch die Lehrerwohnung, welche nur aus einer Stube, Kammer und Küche sowie aus einer Giebelstube besteht, ist sehr beschränkt und unzulänglich. Die königliche Regierung hat deshalb vor einiger Zeit Verhandlungen über den Neubau eines einklassigen, auf zwei Klassen erweiterungsfähigen Schulhauses mit Wohnung für die verheirateten Lehrer nebst Wirtschaftsgebäuden eingeleitet. Die Verhandlungen haben zu dem gewünschten Erfolg geführt und mit dem Neubau wird, da ein dringendes Bedürfnis hierfür vorliegt, hoffentlich noch in diesem Jahre begonnen werden. Als Baustelle ist von der Gemeindevertretung das Grundstück des alten vorhandenen Schulgehöfts, zwischen den Wegen von Henzendorf und Pinnow liegend, vorgesehen. Im Allgemeinen kann die Lage des Bauplatzes, auf dem auch gutes Trinkwasser ist, als günstig bezeichnet werden. Das Wirtschaftsgebäude soll einen Stall, eine Tenne, zwei Holzställe für den Lehrer und die Klasse sowie den nötigen Bodenraum für die Unterbringung der Halmfrüchte umfassen. Zur Schulstelle gehören einige Morgen Land, die von gegenwärtig unverheirateten Stelleninhabern gepachtet sind. Die Gesamtkosten für den Neubau des Schulgehöfts werden sich auf etwa 20000 Mk. belaufen… Während der Bauzeit soll der Unterricht im Tanzsaal des hiesigen Gasthauses abgehalten werden. Das neue Schulgrundstück wird dem hiesigen Orte sicher zur Zierde gereichen.
Für die Renovierung des Kirchturmes der Stadt- und Hauptkirche ist dem bei der Firma H. Gutte und Sohn beschäftigte Maurerpolier Hennig seitens des Gemeindekirchenrates eine außerordentliche Gratifikation wegen der sicheren Leitung und guten Ausführung der Reparaturarbeiten zu teil geworden. Bemerkt sei, daß die Arbeiten nur von der Firma H. Gutte und Sohn ausgeführt worden sind, nicht, wie früher angegeben, von Leuten, die von verschiedenen Maurermeistern ausgesucht worden wären.


(Ein schrecklicher Unglücksfall) ereignete sich in der Boberstraße. Die beiden Kinder des erst aus dem Felde heimgekehrten Buchhalters Hirschmann, ein Knabe von fünf und ein Mädchen von drei Jahren, spielten am Boberrande. Sie fielen in den Fluß und ertranken beide, ehe Rettung gebracht werden konnte. Der angeschwollene Strom riß die Leichen mit sich fort, sodaß sie bis jetzt noch nicht geborgen werden konnten.

Neufalz a . O. 11.Jan.(Eine seltene Hochzeitsfeier) fand gestern in der hiesigen ev. Kirche statt. Drei Töchter der verw. Johanna Grundke aus Schieser wurden zu gleicher Zeit getraut.
Kleinrentnerbund. In der letzten Sitzung des Bundes wurde mit besonderem Danke der Kartoffelhilfsaktion des Landbundes gedacht, die viel Nahrungsschwierigkeiten lindern half. Allen beteiligten Spendern, ob sie Kartoffeln umsonst oder zu ermäßigten Preisen geliefert haben, wurde herzlicher Dank zum Ausdruck gebracht. Die Namen der einzelnen Kartoffellieferer sind ja bereits durch die Mitteilungen in der „Gubener Zeitung“ bekannt gegeben worden.