die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Ein findiger Stadtverordnetenkandidat erläßt in einem Prenzlauer Blatte folgendes Inserat: "Es ist mir zu Ohren gekommen, daß mir einige meiner Mitbürger das Vertrauen entgegenbringen, mich als Stadtverordneten wählen zu wollen. Um diese Wahl zu Stande zu bringen, erbiete ich mich, jedem Wähler, der mir seine Stimme giebt, einen Zahn gratis zu ziehen. Familienmitglieder behandle ich für den halben Preis. (Folgt der Name), Zahnarzt.

Eine wertvolle Schenkung ist unserer Stadt gemacht worden. Der Buchdruckereibesitzer Albert Koenig hat die gesamten Ländereien an der Unterneiße, etwa von dem großen Stein mit der auf die Neißeschiffahrt bezüglichen Inschrift bis zum Bahndamm, soweit sie zwischen der Kanalisationslinie und der Neiße liegen, erworben und sich erboten, durch den Berliner Landschaftsgärtner Brodersen eine Parkanlage daraus herstellen zu lassen und diese der Stadt als Eigentum zu überweisen. Bisher führte hier bekanntlich ein Fußgängersteig, ein recht be-liebter Spazierweg, nach den Schießständen. Das Gelände ist 22 Morgen groß, zum großen Teil mit Bäumen bestanden und bietet große landschaftliche Schönheit, sodaß hier eine Park-anlage entsteht, wie sie kaum eine zweite Stadt in der Provinz aufzuweisen hat. Sie gewinnt noch an Wert durch die nahe Verbindung mit den Schießständen.
Crayne (Gutsbezirksauflösung). Der hiesige Gutsbezirk, der lange Zeit im Besitz der Familie Seipke war, und vor einigen Jahren parzelliert wurde, ist jetzt aufgelöst und dem Gemeindebezirk einverleibt worden. Über 50 Hektar von Crayne hat bei der Parzellierung von Crayne der Besitzer des Rittergutes Lübbinchen erhalten.
Die Kälte hat noch etwas zugenommen. Heute früh zeigte das Thermometer 20 Grad Celsius. Die Russen sind doch an strenge Kälte gewöhnt, diesmal aber erscheint sie selbst ihnen zu arg; allerdings ist dort das Thermometer noch viel tiefer gesunken als in Deutschland, bis auf 35 Grad unter 0. Aus Anlaß des in ganz Russland beobachteten starken Frostes hat die Petersburger Telegraphen-Agentur den Direktor des Hauptphysikalischen Observatoriums in Petersburg ersucht, die Ursachen dieser Erscheinung aufzuklären. Die Agentur erhielt die Antwort, dass am 18. Januar auf dem nördlichen Eismeere ein starker Antizyklon aufgetreten ist, welcher in ganz Russland eine stillklare, hochfrostige Witterung hervorgerufen hat. Ähnliche Bedingungen wurden zuletzt im Jahre 1893 beobachtet. Am 21. Januar überstieg das Barometer in Petersburg 798 Millimeter, was seit 1836 nicht mehr beobachtet wurde. Die üblichen Begleiterscheinungen eines derartigen Antizyklons treten als östliche Stürme auf dem schwarzen Meere und dem asowschen Meere und als Schneestürme auf den Südbahnen äußerst heftig auf.
Der Volksbildungsverein veranstaltete gestern abend im großen Saale des Schützenhauses seinen 71. Unterhaltungsabend, zudem der Männer-Gesangsverein „Deutsche Eiche“ und der Männer-Turnverein, sowie mehrere junge Damen ihr Können in den Dienst der guten Sache gestellt hatten. Der Gesangsverein Deutsche Eiche verrät unter der guten Leitung des Herrn Sommer tüchtiges Wollen und verfügt über ein ganz ansehnliches Stimmenmaterial. Die Chöre wurden alle gut durchgeführt. Vorzügliche Leistungen am Barren und graziöse Freiübungen lieferte der Männer-Turnverein. In einem Terzett.
Export nach China Die fortschreitende Europäisierung Chinas hat, wie der „B.L.-A.“ hört, auch der Berlin-Gubener Hutfabrik, Akt.-Ges. vorm. A. Cohn in Guben, bedeutende Aufträge gebracht. Mit deren Ausführung ist die Firma schon seit längerer Zeit beschäftigt. Der Abschluß für 1912 wird, wie weiter gemeldet wird, sehr gute Ziffern zeigen, in Börsenkreisen rechnet man ziemlich bestimmt auf die Ausschüttung einer Dividende von 16 Prozent (i. V. 14 Prozent)

Vorschule des Gymnasiums zu Guben. Die Zahl der Schüleranmeldungen für die Vorschule des Gymnasiums und der Realschule ist so groß, daß weitere Anmeldungen auch für die unterste Vorschulklasse nicht mehr angenommen werden können, da es an Raum mangelt, um eine Teilung von Klasen in der Vorschule vorzunehmen und mehr als je 50 Schüler in den zur Verfügung stehenden Klassenräumen nicht untergebracht werden können. Eltern, die bisher die Anmeldung ihrer Kinder versäumt haben, müssen diese also zu Ostern einer der hiesigen Volksschulen zuführen.