die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
In der Stadt- und Hauptkirche wurden im verflossenen Jahre 1909 gezählt: Getraut: 270 Paare. Getauft: 729 Kinder (350 Knaben, 379 Mädchen). Konfirmiert: 531 Kinder. Kommunikanten: 5167. Kirchliche Beerdigungen: 438.

Kirchliche Statistik Im verflossenen Kalenderjahre 1912 wurden 275 Paare getraut gegenüber 254 Paaren im Jahre 1911. Mithin haben 21 Paare mehr die kirchliche Ehe geschlossen. Getauft wurden 706 Kinder, und zwar 368 Knaben und 338 Mädchen. Gegenüber dem Jahre 1911 hat sich die Zahl (726) der getauften Kinder um 20 verringert. Konfirmiert wurden 383 Knaben und 386 Mädchen, insgesamt wurden also 769 Konfirmanden gezählt ( im Jahre 1911 378 Knaben und 382 Mädchen = 760 Konfirmanden). Unter den 769 konfirmierten Kindern waren 8 taubstumme Kinder, und zwar 6 Knaben und zwei Mädchen. Das heilige Abendmahl empfingen 5675 Personen gegenüber 6084 Personen im Jahre 1911. Kirchlich beerdigt wurden 404 Personen (475 Personen im Jahre 1911). Die goldene Hochzeit begingen unter ehrender Anerkennung 6 Ehepaare.
Städtische Volksbibliothek Im verflossenen Jahre wurden in der städtischen Volksbibliothek an 16 249Personen 27 872 Bücher zur häuslichen Benutzung ausgegeben. Ueber die Behandlung derselben mußte wie in früheren Jahren oftmals Klage geführt und dringend gebeten werden die Bücher beim Abholen und Zurückbringen durch einen Umschlag gegen Nässe zu schützen, sie im Hause nicht kleinen Kindern zum Bekritzeln oder als Bilderbücher in die Hände zu geben und aufgefundene Beschädigungen im Ausgabezimmer der Bibliothek anmelden zu wollen. Die Lesehalle ist von 5274 weiblichen und männlichen Personen besucht worden. Die im letzten Vierteljahre durchgeführte Verlängerung der Lesezeit bis abends 9 ½ Uhr mußte des geringen Besuches wegen eingestellt werden, und daher ist vom 2. Januar ab die Lesehalle wieder wie vorher an Wochentagen von 5 bis 8 Uhr und des Sonntags von 4 bis 7 Uhr geöffnet.
Kirchen- und Pfarrhaus-Neubau. Von dem Vorstande der hiesigen katholischen Kirchengemeinde wurden die Vorlagen zum Neubau einer dreischiffigen Kirche und Pfarrhaus-Neubau hergestellt. Beide Bauten sollen an der Haagstraße errichtet werden. Das alte Kirchlein soll zur Erhaltung des landschaftlichen Bildes unverändert bleiben, das alte Pfarrhaus dagegen abgetragen werden. Die Straßenflucht bildet in der Haagstraße auch die Bauflucht, trotzdem beabsichtigt die Kirchengemeinde, die Bauten mit einem Vorgarten zu versehen.
Kirchliche Statistik. Im verflossenen Kalenderjahre 1913 wurden 291 Paare getraut gegenüber 275 Paaren im Jahre 1912. Mithin haben 16 Paare mehr die kirchliche Ehe geschlossen. Getauft wurden 758 Kinder, und zwar 383 Knaben und 375 Mädchen. Gegenüber dem Jahre 1912 hat sich die Zahl (706) der getauften Kinder um 52 verringert. Konfirmiert wurden 362 Knaben und 390 Mädchen, insgesamt wurden also 752 Konfirmanden gezählt (im Jahre 1912 383 Knaben und 386 Mädchen = 769 Konfirmanden). Unter den 752 konfirmierten Kindern waren 19 taubstumme Kinder, und zwar 5 Knaben und 14 Mädchen. Das heilige Abendmahl empfingen 5769 Personen gegenüber 5675 im Jahre 1912. Kirchlich beerdigt wurden 469 Personen (404 Personen im Jahre 1912). Die goldene Hochzeit begingen unter ehrender Anerkennung 7 Ehepaare.
25 Jahre Vorsteher der Synagogengemeinde. Am Sonnabend, den 10. Jan., feiert Herr Wilhelm Just hier sein fünfundzwanzigjähriges Amtsjubiläum als Vorsteher der hiesigen Synagogengemeinde. Von Seiten der Gemeindevertretung werden Vorbereitungen getroffen, den Tag festlich zu begehen.

Crossen a.O. (Unzulässiger Tauschhandel.) Das „Cross. Tagebl.“ schreibt: In letzter Zeit hat sich im Geschäftsverkehr zwischen Kaufleuten und Verbrauchern eine Gepflogenheit herausgebildet, die im Interesse unseres Wirtschaftsleben nicht entschieden genug bekämpft werden kann; es sind nämlich Fälle bekannt geworden, in denen Geschäftsleute kein Bedenken getragen haben, von Kunden Lebensmittel anzunehmen und ihnen dafür Kleidungstücke ohne Bezugsschein zu verabfolgen. Abgesehen davon, daß diese Geschäftsleute sich schwerer Bestrafung aussetzen, ist ein solches Verhalten geeignet, die gleichmäßige Versorgung aller Volksschichten mit Lebensmitteln wie Kleidungsstücken im hohen Grade zu gefährden. Alle wohlerwogenen behördlichen Maßnahmen, die das wirtschaftliche Durchhalten im Krieg gewährleisten sollen und könnten, müssen scheitern, wenn die Bevölkerung sich nicht scheut, sie in dieser Weise zu durchkreuzen. – Ob das nur für Crossen a.O. zutrifft?
Stadttheater. Nach langjähriger Pause gelangt am Sonnabend abend Gerhart Hauptmanns fünfaktiges Schauspiel „Fuhrmann Henschel“ zur Aufführung. Die beiden Hauptrollen dieses spannenden Werkes spielen Frl. Rieber und Herr Ihle. Sonntag sind zwei Vorstellungen. Nachmittags 3 Uhr zu kleinen Preisen „Der Herr Senator, abends 7 Uhr zum fünften Male „Soldat der Marie“. Ein hochinteressantes Gastspiel steht für Mittwoch, den 8.Januar, bevor. Zur Aufführung gelangt Goethes fünfaktiges Schauspiel „Iphigenie auf Tauris „ mit Herrn Hofschauspieler Hilmar Geißler vom Hoftheater in Hannover als Gast in der Rolle des „Thoos“.

Stadttheater. Dienstag findet die voraussichtlich vorletzte Aufführung von „Frau Bärbel“ statt; Mittwoch zum letzten Male „Graf von Luxemburg“ zu Schauspielpreisen. Auf das Gastspiel des Frl. Grete Ilm vom Schauspielhaus in Frankfurt a.M., das am Sonnabend, dem 8. d. M. stattfindet, sei schon heute aufmerksam gemacht. Gegeben wird Ibsens „Nora“; die Vorstellung findet zu Operettenpreisen statt.
Der Verein zur Pflege der Lichtbildkunst veranstaltet morgen, Mittwoch, in der Aula des Lyzeums wieder einen Lichtbildervortrag. Der Vortrag ist besonders für solche Liebhaberphotographen zusammengestellt, denen die Photographie etwas mehr als eine Spielerei gilt und vorzugsweise als Ausdrucksmittel ihres Kunstempfindens durch Anfertigung bildmäßig wirkender Aufnahmen benutzt wird. Durch Vorführung einer großen Bildreihe vorzüglicher Innenaufnahmen, malerischer Landschaftsmotive und stimmungsvoller Abend- und Nachtaufnahmen werden Anregungen zur künstlerischen Ausübung der Lichtbildnerei gegeben. Der Vortrag ist für Liebhaberphotographen und Freunde der Lichtbildkunst unentgeltlich.