die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.

Wahlrecht und Wahlpflicht der Frauen. Nach Mitteilungen verschiedener Art besteht die Gefahr, daß bürgerliche Frauen aus Interesselosigkeit oder aus anderen Gründen nicht nur selbst der Wahl fernbleiben, sondern auch ihre Hausangestellten zu verhindern suchen, an der Wahl teilzunehmen. Frauen, die so handeln, versündigen sich auf das gröblichste gegen die eine vaterländische Pflicht. Die Wahlen zur Nationalversammlung entscheiden über die Zukunft des Deutschen Reiches. Leider ist in der bürgerlichen Frauenwelt diese Erkenntnis noch nicht überall hin durchgedrungen. Die sozialdemokratischen Frauen sind seit Jahren durch ihre gewerkschaftlichen Verbände soweit geschult, daß sie wissen, um was es geht und ihr Stimmzettel zu bedeuten hat. Hier wird die Stimme der weiblichen Wähler zweifellos ihre volle Wirkung tun. Vernachlässigen die bürgerlichen Frauen ihre Pflicht, so muß ein Uebergewicht der sozialdemokratischen Stimmen unabwendbar sein. Diese Schuld dürfen die bürgerlichen Frauen nicht auf sich laden. Ihre unbedingte Pflicht ist es, selbst zur Urne zu gehen. Sollten sich Säumige in ihrem Bekanntenkreis oder ihren Hausangestellten befinden, so müssen sie alles tun, um sie zur Ausübung der Wahl anzuhalten. Wer anders handelt, läßt das Vaterland in entscheidungsschwerer Stunde im Stich.

Reinigt die Straßen und Bürgersteige. Der plötzliche Schneefall in der Nacht hat eine schlammige Verunreinigung der Straßen herbeigeführt. Es erscheint im Interesse des Verkehrs dringend notwendig, daß Straßen, Brücken und Plätze so schnell wie möglich gesäubert werden. Zahlreiche Erwachsene und Kinder haben kein echtes Schuhwerk und erhalten nasse Füße. Diese wieder sind die Ursache zu schweren Erkältungskrankheiten. Die Stadt muß mit gutem Beispiel vorangehen, Bürgersteige und Straßendamm von den städtischen Grundstücken, sowie an Brücken und Plätzen schnellstens reinigen und dann darauf achten zu lassen, daß auch alle anderen zur Reinigung verpflichteten Anlieger ihre Pflicht tun.