die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.

Koenig-Park: Dem von Herrn Buchdruckereibesitzer Koenig der Stadt geschenkte Park ist jetzt von den städtischen Behörden offiziell der Name Koenig-Park beigelegt worden.
Schiedlo. (Aufkauf der Ortschaft.) Am gestrigen Freitag war Oberpräsidial-Rat Dr. Michaelis aus Breslau mit mehreren Regierungskommissaren und dem Landrat v. Kunow in Schiedlo, um an Ort und Stelle endgiltige Beschlüsse über die weitere Gestaltung des staatsseitigen Ankaufs von Schiedlo zu fassen. Hierbei wurde u. a. der 1. Januar 1908 als äußerster Termin für den freihändigen Ankauf der noch im Privatbesitz verbliebenen Grundstücke und Gehöfte mit der Maßgabe festgelegt, daß den Verkäufern noch bis zum 1. Oktober 1908 die pachtweise Benutzung ihres früheren Eigentums gestattet werden soll. Dann aber müssen die Gehöfte zum Zwecke des Abbruchs geräumt werden. Es ist notorisch bekannt, daß für den Verkäufer der freihändige Verkauf erheblich größere Vorteile bietet, als sie bei einem zwangsweisen Verkauf, etwa im Enteignungsverfahren, jeweils zu erzielen sind. Es werden deshalb diejenigen Eigentümer, welche sich zu dem Kaufe bisher nicht entschlossen haben, ernstlich in Erwägung ziehen müssen, nunmehr in die Verkaufsverhandlungen einzutreten, wenn anders ihnen die Vorteile des freihändigen Verkaufes nicht verloren gehen sollen. Zudem muß anerkannt werden, daß bei dem Verkaufe Preise erzielt worden sind, wie sie von Privatkäufern niemals gezahlt worden wären. Wenn weiterhin in Betracht gezogen wird, daß nunmehr bereits etwa 2 Jahre verflossen sind, seitdem den hiesigen Besitzern die Verkaufsgelegenheit an den Fiskus geboten worden ist, dann muß sich schließlich derjenige selbst die Schuld zuschreiben, der diese lange Zeit nicht ausgenützt hat, um sich anderweit ein Anwesen zu gründen. Dazu ist aber jetzt noch hinreichend Zeit, da ja, wie erwähnt, den Verkäufern die pachtweise Benutzung ihre bis 1. Januar 1908 verkauften Gehöfte und Grundstücke noch bis zum 1. Oktober gesichert ist. Den oberhalb Schiedlo belegenen Reiskersee, der mit der Oder in Verbindung steht und verschiedenen Schiedloer Besitzern gehört, beabsichtigt die Regierung ebenfalls anzukaufen. Der See ist sehr fischreich und bringt eine gute Pacht. Viele ehemalige Schiedloer haben sich im Kreise niedergelassen und nur vereinzelt sind sie nach der Ostmark übergesiedelt.

Eine beschwerliche Ruderfahrt hatten einige Mitglieder des Gubener Ruderklubs zu überwinden. Die Fahrt war von Guben bis Hamburg über Fürstenberg, Fürstenwalde, Treptow, Potsdam, Brandenburg a. H., Rathenow, Wittenberge a. E. geplant. Wegen starken Gegenwindes und außerordentlich hohen Wellenganges der Elbe konnte die Fahrt leider nicht bis Hamburg durchgeführt, sondern musste in Wittenberge abgebrochen werden…. Trotz dieser Schwierigkeiten sind die Beteiligten von der Fahrt, die sehr interessant und genussreich war, entzückt; sie wären von Wittenberge aus in 2 Tagen in Hamburg gewesen, wenn nicht das Wetter einen gar zu dicken Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Bis Wittenberge haben die Ruderer 6 Tage gebraucht.
Herbstkühle in den Hundstagen. Seit Jahren hat der August nicht mehr so kaltes und unfreundliches Wetter gebracht wie in der vergangenen Woche. Nachdem es schon in der ersten Monatswoche, vom äußersten Nordosten abgesehen, überall kühl und veränderlich gewesen war, hatte sich das Wetter seit acht Tagen noch weiter verschlechtert, und bei andauernden Regenfällen sank das Thermometer auf Werte herab, die dem Oktober, nicht aber dem August angemessen waren.

Postkreditbriefe. Zur Reisezeit wird auf die Einrichtung der Postkreditbriefe aufmerksam gemacht, die unterwegs den Zahlungsverkehr wesentlich erleichtern und dem Besitzer ermöglichen, seine Geldmittel bei jeder Postanstalt des Deutschen Reiches in einfachster Weise zu ergänzen. Die Bestellung eines Postkreditbriefes kann unter Einzahlung der Summe, auf die er lauten soll - Höchstbetrag 3000 M - bei jeder Postanstalt des Deutschen Reiches erfolgen. Postscheckkunden können den Betrag auf ein für sie anzulegendes Postkreditbrief-Konto überweisen lassen. Abhebungen - bis zu 1000 M an einem Tage - sind bei allen Postanstalten des Deutschen Reiches zulässig. Als Ausweis ist dabei außer dem Postkreditbrief eine Postausweiskarte oder eine der für die Abholung postlagernder Sendungen während des Krieges vorgeschriebenen Ausweispapiere vorzulegen. Die Gebühren sind sehr mäßig, außer der Zahlkartengebühr sind 50 Pf für die Ausfertigung und 10 Pf für jede Rückzahlung bis 100 M, 5 Pf mehr für je 100 M bei höheren Beträgen zu entrichten.

Ausbesserung des Schlammwagens.
Für den Betrieb der städtischen Kanalisation ist im Jahre 1905 ein Schlammwagen zum Preise von 1622,50 M beschafft worden. An diesem Wagen sind bisher nur kleinere Ausbesserungen vorgenommen worden. Nunmehr bedarf er einer grundlegenden Wiederherstellung die auf 2000 M veranschlagt ist. Der Betrag wurde bewilligt.