die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Italienische Päpste hat es unter 263 Päpsten 211 gegeben. Von den ersten 14 römischen Bischöfen waren 13 Italiener und einer aus Afrika.
Von 203 - 402 waren von 26 Päpsten 21 Italiener, von 402 - 1003 unter 105 Päpsten 93 Italiener, von 1003 - 1303 von 53 Päpsten 39 Italiener, dagegen 5 Deutsche in ununterbrochener Reihenfolge; von 1304 - 1378 von 7 Päpsten alle französischer Abstammung, von 1378 - 1523 unter 19 Päpsten nur 3 Italiener, von 1523 - 1903 38 Päpste, die sämtlich Italiener waren.
Der letzte ausländische Papst war der Holländer Hadrian VI. Wenn auch die Wahl eines italienischen Kardinals nicht durch die päpstliche Wahlordnung vorgeschrieben ist, so gibt doch die seit fast 4 Jahrhunderten herrschende Überlieferung den Ausschlag und läßt die Wahl eines nichtitalienischen Kardinals, welcher auch die Eifersucht der anderen Nationen und Staaten im Wege stehen würde, noch auf lange Zeit als ein Ding der Unmöglichkeit erscheinen.
Spinat zubereiten. Mangold ersetzt auch den Spinat vollständig, ist sogar wohlschmeckender und ergiebiger. Außer den Blättern lassen sich auch die Blattstiele zu Gemüse und Kompott verwenden, indem sie abgezogen, in Salzwasser gekocht und mit einer holländischen Sauce, ähnlich wie Spargel oder Blumenkohl, zubereitet werden.
Kerkwitz. (Lehrerstelle). Die einstweilige Verwaltung der hiesigen – durch das plötzliche Hinscheiden des Lehrers Krüger freigewordene – Lehrerstelle ist vom 1. November d. J. ab dem Lehrer Ertelt in Pommerzig übertragen worden. Zu der hiesigen Schulstelle gehört eine geräumige Wohnung und ein schöner Obst- und Gemüsegarten. Das Schulgehöft ist erst Ende 1894 neuerbaut worden.

Am Turm der Stadt- und Hauptkirche haben sich Schäden im Mauerwerk gezeigt, die ausgebessert werden müssen. Ein Gerüst von unten zu errichten, würde sehr kostspielig werden. Es sind deshalb Stangen von ganz oben herausgesteckt worden, auf die die Gerüstbretter gelegt werden. Die Arbeiten werden von besonders zuverlässigen Leuten ausgeführt, die von verschiedenen Maurermeistern gestellt werden. Am Turme sind hie und da schwarze Zeichen angebracht, deren Bedeutung wohl manchem rätselhaft erscheint. An diesen Stellen sind bei Reparaturen in früheren Zeiten Leute verunglückt.
Da werden Weiber zu Hyänen. Dieses Wort aus Schillers Glocke hat sich wieder einmal bewahrheitet bei einer gestrigen Schlägerei im Volksgarten. Eine Frau W. ergriffe einen Feldstein und schlug damit dem Dachdecker M. so derb gegen den Kopf, daß M. eine tiefe klaffende Wunde über dem Auge davontrug und sich sofort in ärztliche Behandlung begeben mußte.

Der Unterrichtsminister gegen das Pflücken von Feldblumen. Der preußische Unterrichtsminister hat an die Schulbehörden einen Erlaß gerichtet, worin er sich unter Hinweis auf die Kriegsnotwendigkeiten nachdrücklich gegen das Pflücken von Feldblumen und das Betreten der bestellten Aecker wendet. Fortgesetzt wird über die Schäden Klage geführt, die beim Pflücken der Feldblumen auf Aeckern und Wiesen angerichtet werden. Der Minister weißt deshalb darauf hin, dass nach § 368 des Strafgesetzbuches sich strafbar macht, wer unbefugt vor beendeter Ernte über Wiesen oder bestellte Aecker geht. Durch die Entnahme von Feldblumen gehen auch nicht unbeträchtliche Futtermittel verloren.
Mißbrauch von Darlehnskassenscheinen.
Die Hauptverwaltung der Darlehnskassen, Berlin teilt mit, daß ihr neuerdings Darlehnsscheine vorgelegt werden, die mit Reklamezetteln, vielfach politischen Inhalts, beklebt sind. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die öffentlichen Kassen die Annahme solcher Scheine verweigern müssen, weil es ihnen erschwert oder unmöglich ist, zu prüfen, ob diese Scheine echt sind. Dem Publikum kann daher nur eindringlich geraten werden, die Annahme solcher Scheine zu verweigern, um sich seinerseits gegen Schaden zu sichern.
Sagan, 1. Aug. (Opfer des Alkohols.)
Der Kaufmann Reinh. Schn. in Leuthen b.G. unterhält neben einem Warengeschäft eine Probierstube für Spirituosen. Am letzten Dienstag aber fand, wie schon öfter, ein wüstes Zechgelage statt, in dessen Verlauf dem Arbeiter Wilh. Be. von hier so viel Schnaps eingetränkt wurde, dass er auf dem Hofe auf einem Streuhaufen zusammenbrach. Die Zechkumpane deckten ihn mit Stroh zu, damit er seinen Rausch ausschlafe. Die kam aber anders. Als spät abends jemand nach Be. sah, war er tot. Der herbeigerufene Arzt konnte nur noch den Tod bestätigen. Der Mann hinterlässt eine Witwe mit vier Kindern. Die Sache wird noch ein gerichtliches Nachspiel haben.
Das Hochwasser von 1897 war das größte, was das Jahrhundert gesehen hatte. In Schlesien und in der Lausitz haben die Schrecken der Wassersnot die Gemüter erregt. Weite Strecken der fruchtbaren Täler der Neiße, Lubis und der Oder sind durch die Wassermengen verwüstet worden und unberechenbar war der angerichtete Schaden. Bis heute ist das verheerende Element Gott sei Dank in diesem Umfange nicht mehr aufgetreten, wenn auch wiederholt größeres Hochwasser zu verzeichnen war, das immer beträchtlichen Schaden mit sich bringt, von dem besonders die Anlieger im Landkreise der noch immer nicht regulierten Lubis ein Lied singen können. Es sei daher der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß wir von einer größeren Wasserkatastrophe verschont bleiben möchten, da in unserer heutigen Zeit eine derartige Wassersnot unübersehbare, schwere Auswirkungen haben würde.