die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Eine tiefsinnige Frage geht in Berlin von Mund zu Mund: "Können Sie mir fünf Wochentage ohne a in deutscher Sprache nennen?" Der Gefragte zieht - zumal er Sprachkenner ist - die Stirn in ernste Falten, grübelt eine Weile und bekennt endlich sein Unvermögen. Der Fragesteller aber erwidert triumphierend: "Nichts leichter als das: vorgestern, gestern, heute, morgen und übermorgen." So dringen große Wahrheiten in die breiten Schichten der Bevölkerung.
Neue Orthographie: Vom 1. April d. J., dem Begin des neuen Schuljahres ab, dürfen in den Schulen nach der Ministerial-Verfügung nur noch Bücher in neuer Rechtschreibung Verwendung finden. Bis dahin sind neben Büchern in neuer Orthographie auch ältere Ausgaben im Gebrauch. Es ist allen Eltern, die beim Herannahen des neuen Schuljahres an die Anschaffung von Schulbüchern denken müssen, zu empfehlen, sich zu vergewissern, ob das betreffende Buch auch den neuesten Bestimmungen entspricht.
Wie in anderen großen Städten wird auch in Guben am dreihundertjährigen Geburtstage Paul Gerhardts eine kirchliche Feier veranstaltet werden. Der Gemeinde-Kirchenrat unserer Stadt- und Hauptkirche hat dem Antrage zugestimmt, am 12. März, abend 7 Uhr einen liturgischen Gottesdienst zu halten und Heizung und Beleuchtung der Kirche aus seinen Mitteln dazu bewilligt. Unser kirchlicher Chorgesangverein hat freundlichst die Ausführung der vierstimmigen Chöre übernommen, sodaß wir eine schöne des Tages würdige Feier erwarten können. Die Noten zu den Chören und die Ordnungen des Gottesdienstes sind auf Antrag des amtierenden Geistlichen von Berlin beschafft worden. Hoffentlich findet diese Feier zur Erinnerung an den edlen Liederdichter unserer evangelischen Kirche reiche Beteiligung von Seiten unserer Gemeinde, so dass der Segen dieses glaubensstarken gottbegnadeten Mannes bei uns lebendig erhalten bleibe.
Zum heutigen Viehmarkt waren 1081 Pferde und 1117 Rinder aufgetrieben. Für Standgeld wurden 429,60 M. eingenommen.
Der Lichtbilder-Vortrag „Knabe oder Mädchen“, den Friedrich Robert hier am Donnerstag, den 28. Februar, abends 81/2 im Schützenhaus hält, kann des hohen Interesses wegen, das die gesamte gebildete Welt dieser neuen Lehre von der willkürlichen Vorausbestimmung des Geschlechts entgegenbringt, nur einmal in Guben stattfindet, da Friedrich Robert schon auf Monate hinaus in anderen deutschen Städten sich verpflichtet hat. Robert hat überall vor vollen Häusern gesprochen und mit seinem hochsittlichen Vortrage stets den ungeteiltesten Beifall aller anwesenden Damen und Herren gefunden.


Schließung von Volksschulen wegen Grippe. Die Klosterschule, Stadtschule, Katholische Schule und Pestalozzischule mußten nun auch geschlossen werden und zwar bis einschließlich, Mittwoch, den 3.März d.J. Ob ein Bedürfnis zur Schließung der anderen Volksschulen besteht, unterliegt noch besonderer Prüfung. Bei den in der Stadt, Kloster- und Katholischen Schule untergebrachten Fortbildungsschulklassen fällt für diese Zeit der Unterricht auch aus.
