die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.

Polizei und Schaufensterschutz. Von einem Ladeninhaber in R. verlangte die Polizeibehörde die Anbringung starker metallener Schutzstangen an den großen Schaufensterscheiben. Die Polizei befürchtete bei Ansammlungen Schaulustiger oder beim Ausgleiten Vorübergehender das Eindrücken der Scheiben und eine Gefährdung von Menschen. Gegen das polizeiliche Verlangen erhob der Ladeninhaber Verwaltungsklage. Die behauptete Gefährdung sei nur eine angenommene, durch die Wirklichkeit nicht begründete. Selbst in den belebtesten Straßen der Großstädte finde man allerwärts fast bis zum Erdboden reichende Schaufenster ohne jegliche Schutzstange. Das Oberverwaltungsgericht erkannte auf Aufhebung der Verfügung. Zu einem polizeilichen Einschreiten berechtigte nicht schon jede blos denkbare, entfernte Möglichkeit einer Gefahr.

Der Eisenbahnversand von Spargel. Amtlich wird mitgeteilt: Es ist zur Kenntnis gekommen, daß an einzelnen Orten von der Eisenbahnerverwaltung die Annahme von Spargel zum Versand von der Beibringung eines mit dem Stempel der Reichsstelle für Gemüse und Obst versehenen Frachtbriefes abhängig gemacht wird. Zur Behebung von Zweifeln wird darauf hingewiesen, daß Verkehrsbeschränkungen irgendwelcher Art für Spargel nicht bestehen.

Rückgabe der Kirchenglocken.
Die abgenommenen Kirchenglocken befinden sich, wie uns aus Berlin berichtet wird, noch unverändert auf den Lägern der Kriegsmetall- Aktiengesellschaft. Die Rückgabe verzögert sich, weil die abliefernden Gemeinden sehr häufig die Glocken bei der Ablieferung (entgegen der ergangenen Weisung der Metall-Mobilmachungsstelle) nicht nach ihren Ursprungsort kenntlich gemacht haben. Es sind zur Zeit besondere Sachverständige mit der Feststellung des Ursprungs der vorhandenen Glocken, deren Zahl in die Hunderte geht, beschäftigt. In allen Fällen, in denen die Feststellung bisher möglich war, wurden die Glocken sofort der betreffenden Gemeinde angeboten. Die Gemeinden können ihrerseits Anträge auf Rückgabe der Glocken an die Metallmobilmachungsstelle einreichen. Die Glocken, deren Ursprungsort festgestellt ist, werden auf Anordnung des Reichswirtschaftsministeriums gegen Erstattung der von der Kriegsmetall-Aktiengesellschaft gezahlten Entschädigung, abzüglich der Ausbaukosten, zurückgegeben. Die Gemeinde kann die Entschädigung zum Teil in Kriegsanleihe zurückerstatten: Sie behält ferner die seinerzeit für einen beschleunigten Ausbau gezahlte Prämie in Höhe von 1 M für 1 Kilogramm. Die neu entstehenden Beförderungs- und Einbaukosten sind dagegen von der Gemeinde zu tragen.


Der Provinzial-Verband Brandenburg der Mietervereine (Dresdener Richtung) ist gestern in einer Sitzung der Vertreter der Brandenburgischen Vereine gegründet worden. Der geschäftsführende Vorstand wird aus den Vereinen Guben, Cottbus, Forst, Senftenberg, Eberswalde, Brandenburg a.H. und Potsdam gebildet werden. Für Guben ist der Geschäftsführer des Mieterbundes, Breske, gewählt. Die übrigen Vereine nehmen die Wahlen ihres Vertreters noch vor.
Ein Volkskonzert veranstaltet am Dienstagabend das Gubener Konzert-und Theater-Orchester im Schützenhausgarten. Diese Konzerte gehören in den Rahmen der Verpflichtungen, die das Orchester bei der neuen Regelung des Musiklebens mit Übereinstimmung des Orchesterausschusses übernommen hat. Demzufolge wird auch die Spielfolge dem Zweck entsprechend, aber doch künstlerisch sein und der Eintrittspreis sich nur sehr gering stellen.

Ratzdorf, 9. Juni. Einen lebhaften Verkehr wies unser Ort am Sonntag auf. Eine große Anzahl Ausflügler aus Guben und der Umgegend trafen mit dem Früh- und Mittagszuge ein, die am Oderstrand ein Sonnen- und Wasserbad nahmen. Das am Nachmittag aufziehende Gewitter zwang die Badenden, Schutz zu suchen – und da keine Zeit zum Ankleiden übrig blieb, mussten sie in ihrem Badeanzug nach dem nahen Lokal flüchten, was allgemeine Heiterkeit erweckte.