die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.

Aus Guben und Umgebung
Die Einführung des Ersten Bürgermeisters Dr. Glücksmann erfolgte heute nachmittag im Beisein zahlreicher Mitglieder des Magistrats und sämtlicher Stadtverordneten. Stadtverordneten-Vorsteher, Herr Geh. Reg.-Rat Dr. Hamdorff, eröffnete pünktlich 3 1/4 Uhr die Sitzung, worauf Herr Regierungspräsident v. Schwerin das Wort zur Einführung ergriff. Herr Geheimrat Dr. Hamdorff bewillkommnete den Ersten Bürgermeister Herrn Dr. Glücksmann namens der Stadtverordnetenversammlung und der Bürgerschaft. In längerer Rede erwiderte Herr Erster Bürgermeister Dr. Glücksmann auf die an ihn gerichteten freundlichen Worte. Der Zuschauerraum war gedrängt gefüllt; das Rathaus hatte geflaggt. Wir kommen auf die Einführung noch ausführlich zurück.
Todesfall.
Gestern nachmittag ist im Alter von 82 Jahren nach längerer Krankheit Herr Hutfabrikat, Stadtrat Karl Hammer verstorben. Das Hauptgebiet des Verstorbenen war die Hutfabrikation, der er sich in der Firma C. W. Wilke, mit deren Inhaber ihn verwandschaftliche Bande verknüpften, mit seinem reichen Wissen widmete. Erst im Oktober 1918 wurde er in den Magistrat berufen und wirkte nun auch dort in dem Garten- und Friedhofsdezernat sowie im Sparkassenkuratorium recht ersprießlich. Lange Jahre gehörte der Verstorbene den kirchlichen Körperschaften an, wo er sich im Sinne seiner streng religiösen Anschauung betätigte. Auch dem Deutschtum nützte er erfolgreich im hiesigen deutschen Sprachverein. In weiten Kreisen der Bürgerschaft, in der er sich allgemeiner Wertschätzung erfreute, wird das Ableben des vortrefflichen Mannes schmerzlich bedauert. Als überzeugter Freund des Feuerbestattungsgedankens wird sein Leichnam nach Zittau zur Einäscherung übergeführt.
Neuzelle a. O., 20. Mai (Von einem Windmühlenflügel getötet.) Der neunjährige Sohn des Eisenbahnarbeiters Eckert in Költsch spielte mit anderen Kindern in der Nähe der B.´schen Windmühle, die in Betrieb war. Dabei kam der bedauernswerte Junge den Windmühlenflügeln zu nahe, wurde von einem Flügel getroffen und auf der Stelle getötet. Der Kopf des verunglückten Kindes war durch den Schlag völlig zertrümmert und bis zur Unkenntlichkeit entstellt worden.
Markersdorf, 20. Mai (Die Arbeitsgemeinschaft der Turnvereine Guben-Süd) veranstaltete hier am vorigen Sonntag ein Frühjahrs-Turn- und Sportfest unter reger Beteiligung aus dem Orte und der Umgegend. Beeinträchtigt wurde das Fest durch die Kälte und einen sehr scharfen Wind. Dennoch wurde fleißig gearbeitet und nach dem Ausmarsche auf den Festplatz wurden die allgemeinen Freiübungen durchgeführt; ein Fünfkampf schloss sich an, zu dem jeder Verein eine Jugend- und eine Altersmannschaft zu stellen hatte. Im Wettkampf siegte unter der Altersmannschaft mit dem 1. Preis Horno mit 371 Punkten, den 2. Preis erhielt Briesnigk mit 341 Punkten. Es folgten dann Birkenberge 339 Punkte, Strega 311 Punkte, Groß Gastrose 261 Punkte und Markersdorf 210 Punkte. Von der Jugendmannschaft erhielten den 1.Preis Strega mit 386 Punkten, und den 2. Preis Groß Gastrose mit 345 Punkten. Hierauf folgten Briesnigk 343 Punkte und Markersdorf 310 Punkte. Nach dem Einmarsch erfolgte durch Turnwart Schöneich – Strega die Verteilung der Diplome, worauf ein Festball die Turner in froher Stimmung beisammenhielt. Das Fest, womit die Arbeitsgemeinschaft zum ersten Male an die Öffentlichkeit trat, darf als wohlgelungen gelten und hat der deutschen Turnsache, besonders in Markersdorf, sicher vorwärts geholfen. Es kann nur jedem jungen Menschen im eigenen Interesse empfohlen werden, sich einem Turnverein anzuschließen.