die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Über einen Wilderer-Witz wird der "M. Allg. Ztg." aus Tirol berichtet: Im Zillertal können die Förster und Jäger trotz aller Anstrengungen mit den Wilderern nicht fertig werden. Während des verflossenen Herbstes gelang es den Wilderern wiederum, eine erkleckliche Anzahl von Gemsen wegzuschießen, und in ihrer Freude darüber beschlossen sie, den Jägern einen ordentlichen Schabernack zu spielen.
Am Morgen des Christtages fand man auf der Brücke Dornauberg einen Tannenbaum, der mit Lichtern geschmückt und mit einem Dutzend Gemskrickeln behängt war. Dabei lagen Zettel, die anführten, welchem Förster oder Jäger jedes Krickel zugedacht war.
Ob dieses Witzes durften sich die Förster und Jäger lange nicht zeigen ohne verspottet zu werden. (Krickel - jägersprachlich Horn der Gemse)
Schiedlo. (Enteignung.) In den letzten Tagen hat unter Hinzuziehung von Vertretern der Lokalbehörden eine Regierungskommission getagt, in der die einzelnen Ressorts vertreten waren, um Beschlüsse über das weitere Schicksal Schiedlos zu fassen. Insoweit über das Ergbnis dieser Konferenz etwas in die Öffentlichkeit gelangt ist, steht nunmehr fest, daß gegen diejenigen Besitzer, die sich einem freihändigen Verkaufe bisher widersetzt haben, nunmehr das Enteignungsverfahren eingeleitet wird. Es hat an warnenden Stimmen nicht gefehlt, wie auch an dieser Stelle wiederholt dringend dazu geraten worden ist, es nicht zum Äußersten kommen zu lassen. War doch jedem einzelnen Besitzer schriftlich von dem Oberpräsidenten ausdrücklich eröffnet worden, daß das Angebot des Staates nur noch bis zum 1. Januar 1908 aufrecht erhalten würde, und dass nach diesem Termine auch der Zuschlag, der über das Angebot hinaus bewilligt worden war, nicht mehr gewährt werden würde. Wenn daher die Säumigen jetzt empfindliche Verluste erleiden, haben sie sich diese selbst zuzuschreiben, denn im Enteignungsverfahren wird bekanntlich lediglich der reale Wert zugebilligt. Vielleicht besinnt sich dieser oder jener noch eines Besseren und wird bei der zuständigen Stelle vorstellig, staatsseitig noch jetzt den Kauf für den von dem Oberpräsidenten zuletzt festgestellten Preis abzuschließen. Daß der Fiskus sich noch nach der Einleitung des Enteignungsverfahrens zu einem freihändigen Kauf für die angebotene Summe bereit finden lassen wird, erscheint uns nicht wahrscheinlich.
Die Einwohnerzahl der Stadt Guben betrug am 31. Dezember 1908: 38060. Im Laufe des Jahres 1909 sind zugezogen 4738 (1908: 4527), geboren 897 (1030). Zunahme: 5635, zusammen 43695. Weggezogen sind 1909: 4802 (4687), gestorben 1909: 640 (664). Abzug: 5442. Danach betrug die Einwohnerzahl Ende Dezember 1909: 38253. Bemerkenswert ist, daß die Zahl der Geburten im Jahre 199 nur um 3 höher war als im Jahre 1889.
Der scharfe Frost der letzten Tage hat die Teiche und niederen Gewässer bereits mit einer starken Eisdecke überzogen. Die Jugend macht sich dies zu Nutze und tummelt sich bereits in eifrigem Schlittschuhlauf auf dem Eise. Die Neiße führt Treibeis mit sich, das an flachen Stellen bereits zum Stehen kam. Doch sei ausdrücklich davor gewarnt, das Eis der Neiße jetzt schon zu betreten, da es noch nicht hinreichend tragfähig ist.

Cottbus, 14. Jan. (In welche Ortsklasse wird Cottbus versetzt?) Eine amtliche Mitteilung, ob Cottbus in Zukunft in die Ortsklasse A versetzt worden ist, war bisher nicht erfolgt. Mit Rücksicht auf die große Bedeutung der Sache hat nunmehr der Magistrat beim Reichsfinanzministerium telegraphisch angefragt und folgende Antwort erhalten:: „Cottbus Ortsklasse B, nicht A versetzt, Reichsministerium 1b 1021.“
